Die Dschabhat Fath asch-Scham, eine paramilitärische Terrororganisation mit 10.000 Soldaten, verkündet ihre Freude über die türkischen Militäraktionen in Nordsyrien.

Foto: MrPenguin20 / wikimedia.org (CC BY-SA 3.0)
Islamistische Terrororganisation begrüßt türkische Aktivitäten in Syrien

Die Dschabhat Fath asch-Scham ist eine syrische Abspaltung von Al-Kaida, eines der größten islamischen Terrornetzwerke der Welt. Ihr Anführer, Abu Muhammad al-Dschaulani, verkündete in einer Ansprache, dass er die militärischen Aktivitäten der Türkei in Syrien begrüße.

Etwa 10.000 Terror-Krieger

Im Jahr 2012 wurde in Syrien die al-Nusra-Front (deutsch: Unterstützungsfront für das levantinische Volk) gegründet. Sie war ein Ableger von Al-Kaida. Die al-Nusra-Front verbündete sich mit dem „Islamischen Staat“ (IS/Daesh) und wurde eine der wichtigsten paramilitärischen Organisationen in ihrem Kampf um den Nahen Osten. Nachdem der IS 2016 größtenteils besiegt war, benannte sich die al-Nusra-Front in Dschabhat Fath asch-Scham (deutsch: Front für die Eroberung der Levante) um. Ihr Krieg ging gegen die Truppen des syrischen Präsidenten Baschir al-Assad weiter. Ihr Anführer al-Dschaulani befehligt heute immer noch etwa 10.000 Krieger.

Al-Dschaulani verteidigt die Türkei

Die Schergen al-Dschaulanis sind den  Truppen al-Assads dabei hoffnungslos unterlegen. Den offenen Kampf meiden sie daher schon lange. Doch es wird immer klarer, was für eine perfide Rolle die illegalen militärischen Handlungen der Türkei im Nahen Osten spielen. In einer Stellungnahme von al-Dschaulani verteidigt dieser die militärischen Operationen der Türkei auf syrischem Boden. Er beschwört die religiöse Einheit der Sunniten, also auch von Türken und Arabern. Seine Sprache zeugt ganz klar davon, wie viel Hoffnung die Türkei den islamischen Terrorkriegern beschert. Er verteidigt weiters die Türkei, diese würden nur ihr „Volk schützen“.

Türkei betreibt verrücktes Spiel

Die Türkei betreibt seit Monaten offen militärische Aktionen an der türkisch-syrischen Grenze, angesichts der Vertreibungsaktionen gegen die Kurden kann man schon von Angriffskrieg sprechen, da reguläre türkische Truppen auf syrisches Staatsgebiet vorgestoßen sind und dort Kampfhandlungen gesetzt haben. In dieser Region leben fast nur Kurden. Diese sind die größten Feinde der Türken. Sie werden vom türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan stark unterdrückt. Er will um jeden Preis einen kurdischen Staat verhindern, hat Angst, dass die Kurden auch Teile der jetzigen Türkei beanspruchen würden.

Die Kurden auf der syrischen Seite sind hingegen stark wie nie. Sie stehen auf der Seite von Präsident Assad und haben eine wichtige militärische Leistung gezeigt, indem sie im Norden Syriens den IS besiegt haben. Waffen und Ausbildung erhielten sie dabei von der NATO. Verrückt, dass die Türken als NATO-Mitglied nun genau diese Kurden bekriegen.

Radikale Moslems werden gestärkt

Was die Türkei mit ihren Aktionen faktisch erreicht, ist Chaos in der Region Nordsyrien. Durch die Schwächung der Kurden können sich die radikalen Moslems, allen voran die Krieger al-Dschaulanis, breit machen. Kontrolliert dieser die Grenzregion zur Türkei, kann niemand kontrollieren, ob die Terroristen nicht durch Erdoğan mit Waffen versorgt werden, wie es auch bereits beim IS geschehen sein soll. In seiner Stellungnahme gibt sich al-Dschaulani kämpferisch. Seine Aussagen verraten, dass seine Truppen und die Türkei feste Verbündete sind:

Wir haben die Rangordnung zwischen uns und anderen Fraktionen in einer guten Art geklärt, und wir werden zusammen daran arbeiten, die Region Stück für Stück wieder zu befreien. (….) Im Endeffekt tragen wir, so wie alle anderen Fraktionen, die für die Revolution sind, gemeinsam eine große Verantwortung. Es liegt an uns, dass wir zusammen alles, was möglich ist, tun, um diese Länder mit der Unterstützung Allahs zu verteidigen und wieder zu erobern.

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