Öffentlich-rechtliche Sender wie die ARD versuchten tunlichst, das gute Wahlergebnis der AfD in Sachsen und Brandenburg schlecht zu reden.

Lukas Plewnia / polen-heute.de (CC BY-SA 2.0)
Nach Wahlerfolg „zu positiv“ über AfD berichtet: ARD entschuldigt sich

Der beachtliche Wahlerfolg der AfD bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg, stieß nicht nur dem politischen Gegner gehörig sauer auf. Auch die Mainstream-Medien, allen vor an ARD und ZDF, waren sichtlich bemüht, das desaströse Ergebnis der Alt-Parteien in ihren Berichterstattungen schönzureden. Was dabei nicht gerne gesehen wurde, war eine positive Berichterstattung über die AfD, wie eine Moderatorin erfahren musste.

MDR-Moderatorin berichtete „zu positiv“ über AfD

Wibke Binder, die Moderatorin der MDR-Wahlsendung zu den Landtagswahlen, war vielen Zuschauern und vor allem der Sendeleitung in ihrer Berichterstattung und ihren Fragen offensichtlich zu „AfD-freundlich“. Dass Binder die AfD beispielsweise als bürgerliche Partei bezeichnete und mit dem CDU-Politiker Marco Wanderwitz im Interview von der Möglichkeit einer „bürgerlichen Koalition in Sachsen“ sprach, sorgte im Anschluss an die Sendung bereits für einen kleinen Skandal.

Denn empörte Zuschauer, ebenso wie die Sendeverantwortlichen, störten sich daran, dass die AfD nicht wie gewöhnlich im medialen Framing als „rechtspopulistische“, sondern nun eben als bürgerliche Partei bezeichnet wurde.

AfD-Politiker durfte sogar zu Wort kommen

Ebenso stieß es scheinbar sauer auf, dass man dem sächsischen AfD-Vorsitzenden Jörg Urban nach dem Wahlerfolg eine mediale Bühne bot. Dort durfte er beispielsweise die mediale Diffamierung seiner Partei kritisieren. Moderatorin Binder entgegnete auf die Kritik, dass man durchaus auch positiv über die AfD berichtet hätte. Das reichte bereits, um den Zorn der Journalistenkollegen, etwa vom WDR, und des politischen Gegners auf sich zu ziehen:

Georg Kurz, ein Mitglied im Grünen-Bundesjugendvorstand, forderte die ARD-Presseabteilung gar auf, nicht mehr über eine mögliche Regierungsbeteiligung der AfD zu sprechen. Immerhin sei dies „verantwortungsloser Journalismus“:

MDR sah sich zu Stellungnahme gezwungen

Die künstliche Empörung ob der Moderatorin, gipfelte schließlich in einer offiziellen Stellungnahme des MDR, in der man die „zu positive“ Berichterstattung als „Missverständnisse und Unschärfen“ entschuldigte:

„Zur Sendung ‚Landtagswahl in Sachsen und Brandenburg‘ @DasErste : Unter dem enormen Stress einer Live-Sendung bei einer solchen Doppelwahl mit ständig neuen Ergebnissen und wechselnden Konstellationen kann es zu Missverständnissen kommen und können Unschärfen passieren.“  

Öffentlich Rechtliche sprechen von „verlorenen Stimmen“ für AfD

Verärgert über die Berichterstattung der öffentlich-rechtlichen Medien zu den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg zeigte sich auch der außenpolitische Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Petr Bystron. Dass Medien wie die ARD bei ihrer Wahlberichterstattung etwa von „verlorenen Stimmen für die AfD“ sprachen, sei der Gipfel an Ungeheuerlichkeiten gegen seine Partei. Von verlorenen Stimmen spreche man normalerweise nur, wenn eine Partei die Hürde zum Einzug in den Landtag nicht geschafft hat, wie etwa die FDP.

Noch am Wahlabend forderte Bystron eine Koalition aus konservativen und liberalen Kräften sowie ein Regierungsverantwortung für die AfD in Sachsen ein, unzensuriert berichtete.

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