Werte-Union will Kanzlerkandidaten von CDU/CSU-Parteimitgliedern bestimmen lassen | Unzensuriert.de

Werte-Union will Kanzlerkandidaten von CDU/CSU-Parteimitgliedern bestimmen lassen

Schlechte Umfragewerte für Kramp-Karrenbauer führen zur längst überfälligen Debatte über die Inhalte der CDU. Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 3.0)
Schlechte Umfragewerte für Kramp-Karrenbauer führen zur längst überfälligen Debatte über die Inhalte der CDU.
Foto: Sandro Halank / Wikimedia Commons (CC-BY-SA 3.0)
11. Juni 2019 - 16:22

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Angesichts der schlechten Umfragewerte sowohl für die Unionsparteien als auch der Parteichefin der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, will der konservative, aber einflusslose Flügel in CDU/CSU Schwung in die Parteidebatte bringen. Alexander Mitsch, Sprecher der „Werteunion“, fordert „eine Urwahl des Kanzlerkandidaten durch die Mitglieder“.

Die große Koalition unter Kanzlerin Angela Merkel sei gescheitert – „sowohl inhaltlich als auch in den Augen der Bürger, und es droht Rot-Rot-Grün“, so Mitsch. Der konservative Flügel will daher eine Politikwende für mehr innere Sicherheit, niedrigere Steuern und Sozialabgaben sowie eine ökologische Marktwirtschaft.

Partei-Establishment auf Merkel-Kurs

Genervt von solchen Ideen zeigt sich das Partei-Establishment. So hält Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet nichts von einer Abkehr vom Kurs der Kanzlerin. Wer die Partei auf diesen Kurs als Kanzlerkandidat einschwört, steht für Laschet allerdings noch nicht fest. Eine eigene Kandidatur schloss er bisher nicht aus.

Auch Karin Prien, Bildungsministerin in Schleswig-Holstein, will den Merkel-Kurs ebenfalls beibehalten und warnt gar vor einem „inhaltlichen Rechtsruck“ in der CDU.

Gespaltene CDU

Wie in vielen früheren Volksparteien sind die inhaltlichen wie personellen Vorstellungen von Basis und Partei-Establishment in der CDU kaum mehr auf einen Nenner zu bringen. Die schlechten Umfragen spiegeln dann nur die Außenwahrnehmung durch die Wähler wieder, die klare Positionen bevorzugen: entweder grüne für mehr Verbote, Steuern und linke Planwirtschaft oder blaue für mehr Heimatliebe, Abschiebungen und soziale Marktwirtschaft.

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