"Ibiza-Gate": Goldmünzen als Zahlungsmittel für Geheimdienste und Kriminelle | Unzensuriert.de

"Ibiza-Gate": Goldmünzen als Zahlungsmittel für Geheimdienste und Kriminelle

Krügerrand-Goldmünzen im Gegenwert von 600.000 Euro sollen bei "Ibiza-Gate" geflossen sein. Foto: Frisione.it / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Krügerrand-Goldmünzen im Gegenwert von 600.000 Euro sollen bei "Ibiza-Gate" geflossen sein.
Foto: Frisione.it / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
29. Mai 2019 - 12:24

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Stück für Stück wird jetzt die geheime und schwerkriminelle Aktion gegen Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus, unter Journalisten salopp als „Ibiza-Gate“ tituliert, aufgedeckt. Wie der Blog "eu-infothek" aufgedeckt hat, sollen Krügerrand-Goldmünzen im Gegenwert von nicht weniger als 600.000 Euro als Zahlungsmittel für das dubiose Video bezahlt worden sein. Goldmünzen haben in der Wirtschafts- und Sozialgeschichte eine lange Tradition, wie ein einschlägiger Edelmetall-Blog in seinen Informationen darstellt:

Goldmünzen haben in ihrer langen Geschichte einen tiefgreifenden Wandel vollzogen. Während sie von ihrer Entstehung bis in das 20. Jahrhundert als Tausch- und Zahlungsmittel genutzt wurden, dienen Goldmünzen heute in erster Linie Sammel- und Anlagezwecken. Auch Größe und Form sowie der Feingoldgehalt haben sich im Laufe der Zeit verändert. Ihre Eigenschaften als Wertspeicher und krisensichere Währung haben Goldmünzen hingegen seit ihrer Erfindung nicht verloren.

Agenten und Kriminelle setzen auf Gold

Das physische Gold ist zwar für einen Vermögenstransfer von A nach B etwas sperrig, wenn man es aber einmal in einem guten Versteck deponiert hat, ist der Transfer nur noch schwer nachzuvollziehen. Bei normalen Kontenüberweisungen als Kapitaltransfer ist die Nachvollziehbarkeit heute in der E-Banking Welt fast lückenlos zu dokumentieren. Das wissen auch Agenten und Kriminelle, die auf Gold statt Bar- oder Digitalgeld setzen. Denn Gold ist ein ausgezeichneter Wertspeicher, wie Fachleute bestätigen:

Heute haben Goldmünzen eine andere Bedeutung. Sie dienen als Wertspeicher, deren Material auf den Märkten frei gehandelt wird und deren Wert sich so aus dem Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ergibt. Dementsprechend ähneln die heute geprägten Münzen aus Gold in ihrer Funktion eher kleinen Barren, die den physischen Handel mit Gold vereinheitlichen und vereinfachen sollen. Der aufgeprägte Nennwert macht sie in ihrem Land zwar zu einem offiziellen Zahlungsmittel, jedoch liegt dieser deutlich unter dem Goldwert der Münze. Kurz gesagt, der Metallwert von Anlagegoldmünzen ist weitaus höher als ihr jeweiliger Nennwert.

Neben dem beim "Ibiza-Gate" eingesetzten Krügerrand sind auch American Eagle Gold, Maple Leaf Gold, China Panda Gold oder der Wiener Philharmoniker beliebt. Die Frage im konkreten Fall ist allerdings: Wo bekomme ich Goldmünzen um 600.000 Euro unauffällig her - und wie mache ich sie wieder zu normalem Geld.

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