Sozialdemokraten siegen hauchdünn vor patriotischer Partei „Wahre Finnen“ | Unzensuriert.de

Sozialdemokraten siegen hauchdünn vor patriotischer Partei „Wahre Finnen“

Die bisherige sozialliberale Regierungskoalition wurde von den Finnen abgewählt. Foto: Janne Karaste/.janneok / Wikimedia ( CC BY-SA 3.0)
Die bisherige sozialliberale Regierungskoalition wurde von den Finnen abgewählt.
Foto: Janne Karaste/.janneok / Wikimedia ( CC BY-SA 3.0)
15. April 2019 - 6:22

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Die Auszählung der Stimmen entwickelte sich am gestrigen Sonntag zu einem Wahlkrimi, aus dem die finnischen Sozialdemokraten nur ganz knapp vor den als "Rechtspopulisten" bezeichneten „Wahren Finnen“ als Sieger hervorgingen. Die Wahlbeteiligung lag bei 72 Prozent.

Drei Parteien beinahe gleichauf

17,7 Prozent der Stimmen reichten der SDP unter ihrem Spitzenkandidaten Antti Rinne, um als Sieger aus der Parlamentswahl am gestrigen 14. April hervorzugehen und künftig mit 40 von 200 Mandaten im Parlament vertreten zu sein.
 
Der Wahlsieg fiel allerdings äußerst knapp aus. Denn mit 17,5 Prozent (39 Mandate) landete die Finnenpartei mit einem Rückstand von lediglich 0,2 Prozentpunkten am zweiten Platz und konnte ihren Stimmenanteil von der letzten Wahl verdoppeln. Dies ist umso beachtlicher, als sich während der Regierungsperiode ein Teil der Partei abgespalten und eine eigene Fraktion gegründet hatte. „Ich hätte ein solches Ergebnis nicht erwartet, keiner hätte dies erwartet“, zeigte sich Spitzenkandidat Jussi Halla-aho in einer ersten Reaktion über das gute Ergebnis seiner Partei hoch erfreut.

Wieder knapp dahinter liegt die konservative Nationale Sammlungspartei mit 17 Prozent (38 Mandate). Stimmengewinne konnten auch die Grünen und die Linke verzeichnen.

Wähler straften Regierungschef ab

Als großer Verlierer ging der bisherige Regierungschef Juha Sipilä vom Platz. Seine sozialliberale Zentrumspartei wurde vom Wähler abgestraft und rutschte mit 13,8 Prozent der Stimmen auf den vierten Platz ab. Seine Mitte-Rechts Regierungskoalition war an einer Gesundheits- und Sozialreform gescheitert. Statt wie zuvor 49, werden sich nun nur noch 31 Abgeordnete seiner Partei im neuen Parlament wiederfinden.

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