Warnung vor Fremden: TAZ fordert Leser dazu auf, Kinderbücher wegzuschmeißen | Unzensuriert.de

Warnung vor Fremden: TAZ fordert Leser dazu auf, Kinderbücher wegzuschmeißen

Die "TAZ" warnt davor, Kindern Bücher vorzulesen, die sie schützen könnten. Foto: AnukEvo / wikimedia CC BY-SA 4.0
Die "TAZ" warnt davor, Kindern Bücher vorzulesen, die sie schützen könnten.
Foto: AnukEvo / wikimedia CC BY-SA 4.0
26. März 2019 - 11:00

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Von Klein auf versucht jede Mutter und jeder Vater, den eigenen Nachwuchs so gut wie möglich vor negativen Folgen zu schützen. Dazu gehört seit Jahrhunderten auch der Hinweis, dass es gefährlich sein könnte, sich mit Fremden zu unterhalten oder in Folge mit ihnen mitzugehen. Die linksgerichtete Redaktion der Tageszeitung in Berlin scheint das allerdings ganz anders zu sehen und fordert nun ihre Leser dazu auf, Bücher, die solch ein Verhalten lehren, am besten wegzuschmeißen.

Kein Lob für braven Max

Gleich zu Beginn der skurrilen Ausführungen wird die Geschichte eines Buches rekapituliert, in dem der kleine Max am Spielplatz auf seine Mutter wartet, als es zu regnen beginnt. Auch als ein Mann mit Schirm kommt, der offensichtlich in der gleichen Straße wohnt – was Max aber nicht zuordnen kann – bleibt er im Sandkasten sitzen und wartet auf seine Mutter. Die lobt ihn anschließend dafür. Denn sonst hätte sie ihn nicht mehr gefunden, und Max wäre mit einem Fremden mitgegangen.

Unter dem Titel „Max geht nicht mit Fremden mit“ erhält das Buch auf Amazon reihenweise gute Bewertungen für ein sehr heikles Themas. Doch gewisse Kreise scheinen das nicht so zu sehen und versuchen nun, eine Welle der Empörung gegen Bücher wie diese loszutreten.

Keine Schuld beim Opfer suchen

„Um es klar zu sagen: Bitte lesen Sie niemals Kleinkindern solche Bücher vor. Und wenn Sie sie in Ihrem Regal finden: Schmeißen Sie sie in den Müll“, meint daraufhin der unbekannte Autor. Bücher wie jene würden nämlich in Wahrheit vor Freunden und lieben Menschen warnen. Sie seien in Bezug auf die spätere Sexualität der kleine Bruder von „zieh keinen so kurzen Rock an“, wie die weiteren Ausführungen lauten.

Ziel des Autors ist es zwar, die Schuld bei Verbrechen nicht in den Opfern zu suchen, sondern beim Täter, die Botschaft wird allerdings fatal verpackt.

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