Nach nur sechs Monaten: Wagenknecht zieht sich von der Spitze der „Aufstehen“-Bewegung zurück | Unzensuriert.de

Nach nur sechs Monaten: Wagenknecht zieht sich von der Spitze der „Aufstehen“-Bewegung zurück

Nach nur sechs Monaten gibt Sahra Wagenknecht schon wieder auf: Sie verlässt die von ihr gegründete Bewegung. Deren Scheitern ist hausgemacht.  Foto: Superbass / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
Nach nur sechs Monaten gibt Sahra Wagenknecht schon wieder auf: Sie verlässt die von ihr gegründete Bewegung. Deren Scheitern ist hausgemacht.
Foto: Superbass / Wikimedia (CC-BY-SA-4.0)
10. März 2019 - 14:24

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Nachdem Sahra Wagenknecht beim Bundesparteitag der Linken im Juni vergangenen Jahres mit ihrer einwanderungskritischen Haltung unterlegen war, sammelte sie ihre Getreuen in der Bewegung „Aufstehen“. Im letzten Sommer ging die „Sammelbewegung“ an den Start – und jetzt ist es schon wieder Aus für die „AfD von links“.

Bewegung ohne Parteipolitiker

Sahra Wagenknecht zieht sich von der Spitze der Bewegung zurück, obwohl sie doch 170.000 Unterstützer und 200 Ortsgruppen hätte. Die Fraktionsvorsitzende der Linken im Bundestag erklärte gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, dass die Bewegung „besser leben könne, wenn sie denen übergeben wird, die sie an der Basis ohnehin tragen.“

Wagenknecht begründete ihre Entscheidung auch mit persönlichen Gründen, wonach sie „zwei Monate krankheitsbedingt ausgefallen“ war, was ihr offenbar zu denken gab. Außerdem sollten sich „Parteipolitiker zurücknehmen“. Sie wären anfangs notwendig gewesen, aber nun sei es „richtig, Verantwortung abzugeben.“

„Schwierigkeiten unterschätzt“

In dem Interview gab die gescheiterte Linken-Politikerin auch Fehler zu. Zum einen hätte sie „die Schwierigkeit unterschätzt, auf rein ehrenamtlicher Basis solide Strukturen für so viele Menschen zu schaffen und unsere Unterstützer dann auch in großer Zahl auf die Straße zu bringen“.

Noch viel schwerer wiegt der Vorwurf, dass sich „die Parteien, die wir ansprechen wollten, eingemauert“ hatten. Man habe aus der Sackgasse herauskommen wollen, dass es für mehrheitsfähige Forderungen keine Mehrheiten im Bundestag gebe – eine Erfahrung, die auch die AfD immer wieder machen muss. Nicht zuletzt scheitert die AfD an der Partei Die Linke, die Wagenknecht über viele Jahren prägte. Die Geister, die sie als Fraktionsvorsitzende rief, wird sie nun nicht los.

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