Während deutsche Sparer Milliarden Euro verlieren, scheffelt der Finanzminister Geld | Unzensuriert.de

Während deutsche Sparer Milliarden Euro verlieren, scheffelt der Finanzminister Geld

Auf Kosten des Sparers erzielte die Bundesbank wieder einen Jahresüberschuss. Gleichzeitig verarmen die Bürger. Foto: Avij / commons wikimedia
Auf Kosten des Sparers erzielte die Bundesbank wieder einen Jahresüberschuss. Gleichzeitig verarmen die Bürger.
Foto: Avij / commons wikimedia
27. Februar 2019 - 21:10

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Während die deutschen Bürger wegen der Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) fast 40 Milliarden Euro verloren haben, feiern die Banken.

Da die Inflation tendenziell wieder anzieht, verlieren Sparer noch mehr Geld. Nach Berechnung der Bank Comdirect lag der Realzins – also der tatsächliche Zins für Spareinlagen nach Abzug der Teuerungsrate – im Jahr 2018 bei minus 1,74 Prozent.

Bevölkerung verarmt zunehmend

Doch dass die Bevölkerung zunehmend verarmt und schon 31 Prozent der Deutschen am Monatsende pleite sind, kümmert die Politik wenig. Im Gegenteil. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) ist aktuell sehr zufrieden. Denn infolge der Nullzinspolitik der EZB sprudeln die Einnahmen nur so, nämlich bei der obersten deutschen Währungsbehörde, der Deutschen Bundesbank.

Sie verbuchte für das vergangene Jahr einen Jahresüberschuss von 2,5 Milliarden Euro und einen Bilanzgewinn von 2,4 Milliarden. Das entspricht einer Steigerung von 28 Prozent zum Jahr 2017. Damals freute sich der Finanzminister über 1,9 Milliarden Euro von der Bundesbank.

Negativzinsen als Überschussursache

„Ausschlaggebend für den Anstieg sind die höheren Zinserträge aufgrund der Negativverzinsung der gestiegenen Einlagen“, sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann und bediente sich des Euphemismus von „Negativzinsen“. Sie sind der Alptraum jedes Sparers, denn sie entwerten das Ersparte.

Der Begriff „Negativzinsen“ war nicht von ungefähr von der Wiener Börse zum „Börsenunwort“ des Jahres 2017 gekürt worden.

Gewinn seit Euro-Einführung

Die Bundesbank erzielt seit der Euro-Einführung 1999 jedes Jahr einen Gewinn, mit dem der Finanzminister auch rechnet. So erwartet er in diesem Jahr wieder 2,5 Milliarden Euro aus dem gleichen Titel – quasi direkt vom deutschen Sparer. Und das dürfte auch realistisch sein. Kaum jemand rechnet angesichts der sich verdunkelnden Konjunkturaussichten damit, dass die Leitzinsen 2019 oder 2020 angehoben werden. Der deutsche Sparer wird also weiter seiner Ersparnisse beraubt werden. Und den Finanzminster freut´s.

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