Tribunal gegen CDU-Nooke: Benennen von Unterschiedlichkeit Afrikas ist "rassistisch" | Unzensuriert.de

Tribunal gegen CDU-Nooke: Benennen von Unterschiedlichkeit Afrikas ist "rassistisch"

Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), hatte Unterschiede zwischen Afrika und Europa festgestellt. Das reichte für ein Gutmenschen-Tribunal gegen ihn. Foto: Deutsche Welle / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), hatte Unterschiede zwischen Afrika und Europa festgestellt. Das reichte für ein Gutmenschen-Tribunal gegen ihn.
Foto: Deutsche Welle / Wikimedia (CC BY-SA 2.0)
14. Februar 2019 - 15:37

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Der Afrika-Beauftragte der Bundesregierung, Günter Nooke (CDU), hatte in einem Interview in der Berliner Tageszeitung B.Z. gewagt, zu behaupten: „Afrika ist anders. Die Lösungen Europas können nicht die Lösungen Afrikas sein.“

Nicht nur das, er stellte fest, dass die Gesellschaften in Afrika „anders funktionierten“ und erklärte dies mit den „Clan-Strukturen, der Rolle von Stammesführern, der Vielzahl an Ethnien und tradierten Verhaltensweisen. In Niger bekommen die Frauen im Schnitt 7,3 Kinder, die Männer hätten gern elf! Natürlich hat es auch mit dem Klima zu tun. Bei 35 Grad und 100 Prozent Luftfeuchtigkeit ist die Arbeitsproduktivität auf dem Bau eine andere als hier.“

Statt Faktencheck lieber Rücktrittsaufforderung

Das genügte. Diese und andere Fakten dürfen heute nicht ausgesprochen werden, ohne die Gutmenschen-Fraktion auf den Plan zu rufen. Sie warf dem ehemaligen DDR-Bürgerrechtler und Bündnis 90-Aktivisten umgehend vor, koloniale Stereotype zu bedienen, was „rassistischen Positionen“ entgegenkomme. Der ewige linke Hang zum Tribunal gipfelte im November in Rücktrittsforderungen vom Institut für Afrikanistik und Ägyptologie an der Universität Köln. Tags darauf wiederholte der Fachverband Afrikanistik e.V., ein Wissenschaftlerverein an deutschsprachigen Hochschulen, die Rücktrittsaufforderung.

Neun Ankläger gegen Nooke: "Aussprache" in Berlin

Nun kam es zu einer "Aussprache" zwischen dem Fachverband und Nooke (CDU) im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in Berlin. Zwei Stunden dauerte die für Journalisten zugängliche Vorführung, über die die Welt schreibt, dass sie „nicht immer frei war vom Anschein eines Tribunals und von gereizten Reaktionen“.

Der eingeschüchterte Nooke eröffnete seine Vorführung mit der Feststellung, dass ihm „jede Form von Rassismus fremd“ sei. Die fünf Professoren, drei Promovierten und die eine Doktorandin, die ihn in die Mangel nahmen, ließen den alten Mann aber nicht einfach entkommen und warfen ihm unter anderem den Gebrauch des Wortes „archaisch“ vor. Das sei keine "messbare Größe".

„Afrika, so nah und doch so fern“ - rassistisch

Auch sein Eintrag ins Gästebuch im Opernhaus in Mali wäre "rassistisch": Mit „Afrika, so nah und doch so fern“ würde das Stereotyp verbreitet, dass Afrika „anders“ sei. Dabei ist gerade die Ferne Afrikas (von Deutschland) sehr wohl "messbar". Dass Nooke das Opernhaus sehr lobte, passte da nicht ins Bild - und blieb daher unerwähnt.

Bei all den Vorwürfen bewies der ehemalige Bürgerrechtler dennoch Courage, denn er nahm seine Äußerungen nicht zurück. Kafkaesk wurde es, als er in seinem Verteidigungswahn erklärte, dass er im besagten Interview ja von „Entwicklung“ gesprochen habe, „Höherentwicklung habe ich nicht gesagt.“

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