"Welt am Sonntag": Axel Springer schasst linken Chefredakteur nach nur zwei Jahren | Unzensuriert.de

"Welt am Sonntag": Axel Springer schasst linken Chefredakteur nach nur zwei Jahren

Die Mainstream-Medien befinden sich im dramatischen Auflagensinkflug. Mitverantwortlich ist deren linke Blattlinie. Axel Springer zieht nun die Reißleine. Foto: Roland Unger / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Die Mainstream-Medien befinden sich im dramatischen Auflagensinkflug. Mitverantwortlich ist deren linke Blattlinie. Axel Springer zieht nun die Reißleine.
Foto: Roland Unger / Wikimedia CC BY-SA 3.0
30. Jänner 2019 - 16:35

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Angesichts des dramatischen Leserschwunds wurde soeben der Chefredakteur der Welt am Sonntag (WamS), Peter Huth, nach nur zwei Jahren im Amt seines Postens enthoben. Huth war vor seinem Wechsel zu Springer acht Jahre lang Chefredakteur bei der B.Z. sowie zusätzlich drei Jahre Stellvertreter des Chefredakteurs von Bild gewesen.

Linker Missionseifer

Wo immer Huth als Chefredakteur anfing, entfaltete er seinen linken Missionseifer. Dafür gewann er viele Medienpreise, etwa für seine politisch korrekten Titelbilder, und gehörte zu den „Guten“, fand Angela Merkel toll und die eigenen Leser dumm.

In seinen Leitartikeln griff er am liebsten die stärkste Oppositionskraft im Lande an, immer niveaulos versteht sich. Etwa in diesem Falle: „Peter Huth teilte am Donnerstagnachmittag auf Facebook (eine Meldung), wonach der baden-württembergische AfD-Landtags-Abgeordnete Rainer Podeswa empfohlen habe, Frauen zu verbrennen, um das Klima zu retten. Huth schrieb dazu: Noch irgendwelche Fragen? Anyone? Geschmacklos? Dämlich? Zynisch? Mehrere Nutzer wiesen Huth dann darauf hin, dass Podeswa keineswegs empfohlen hat, Frauen zu verbrennen, um das Klima zu retten.“ Aber das ficht einen politischen Redakteur nicht an. Relotius lässt grüßen.

Auflagenzahlen im freien Fall

Wo immer Huth als Chefredakteur wirkte, folgte ein Auflageneinbruch. So ging Berlins größte Boulevard-Zeitung B.Z. bei seiner Redaktionsübernahme 2008 noch 175.000 Mal werktags über den Ladentisch. Als Huth 2017 die Redaktion verließ, waren es weniger als 100.000.

Die Auflage von WamS und Kompakt sank von zusammen 405.110 Exemplaren 2011 auf 350.924 Exemplare Ende 2017. Das ist ein Minus von 13,4 Prozent. 2018 dürfte es weiter nach unten gegangen sein.

Notbremse gezogen

Nun zog der Axel-Springer-Konzern die Notbremse. Ab März wird Huth den Posten des „Corporate Creative Directors“ bei Axel Springer übernehmen. Die Blöße, ihn zu degradieren oder zu entlassen, wagte man nicht, also lobte man ihn weg. „Peter Huth ist ein Unikat, denn er hat uns nicht nur über viele Jahre und zuletzt wieder bei der Welt am Sonntag als hervorragender Journalist und Blattmacher überzeugt, sondern immer wieder auch mit seinen Ideen für neue Veranstaltungen“, sagte Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender von Axel Springer, anlässlich der Personalrochade.

Lernjahre des neuen Chefredakteurs bei der Süddeutschen Zeitung

Neuer Chefredakteur der Welt am Sonntag wird der erst 35-jährige Johannes Boie. Sein Volontariat hatte er bei der Süddeutschen Zeitung absolviert, wo er auch als Reporter und Redakteur tätig war. Womit der geneigte Leser wohl erwarten muss, dass sich an der jüngsten Blattlinie wenig ändern wird. Seit zwei Jahren arbeitet er bereits an dieser als „Chief of Staff“ des Vorstandsvorsitzenden von Axel Springer.

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