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Marihuana-Aktien entwickelten sich miserabel

Marihuana: Weder bei den Konsumenten, noch bei den Anlegern wachsen die Bäume in den Himmel. Foto: Rotational / wikimedia (public domain)
Marihuana: Weder bei den Konsumenten, noch bei den Anlegern wachsen die Bäume in den Himmel.
Foto: Rotational / wikimedia (public domain)
24. Dezember 2018 - 13:28

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Für viele Zeitgenossen hat die Liberalisierung von Marihuana als Genuss- und Rauschmittel mit Freiheit zu tun. Viele andere sehen es vor allem als knallhartes Geschäft. So werden weltweit auch viele sogenannte Marihuana-Aktien an den Börsen gehandelt. Deren Entwicklung war aber trotz zunehmender Öffnung vieler Konsumentenmärkte 2018 schlichtweg miserabel. Der Börse-Express gibt dazu eindeutige Informationen:

Bis zum 11. Dezember 2018 hatte der erste börsennotierte Marihuana-ETF, der Horizons Marijuana Life Sciences ETF, in diesem Jahr fast 32 Prozent verloren.

Marihuana-Aktien sind Risikopapiere für Anleger geblieben

Der Grund dafür, dass Marihuana-Aktien, im Jargon der Börsenmakler und Analysten auch „Pot-Aktien“ genannt, Risikopapiere geblieben sind, liegt in der Genese ihrer Emission, wie der Börse-Express offenlegt:

Pot-Aktien hatten nicht den einfachsten Zugang zu nicht-verwässernden Kapitalformen. Banken waren nicht bereit, aus Angst vor finanziellen und/oder strafrechtlichen Sanktionen Kredite zu vergeben, so dass die meisten börsennotierten Marihuana-Aktien zur einzigen Quelle für leicht verfügbares Kapital griffen: Buy-Deal-Angebote.

Ein solches Kaufangebot beinhaltet den Verkauf von Stammaktien, Wandelschuldverschreibungen, Aktienoptionen und/oder Optionsscheinen an einen Investor oder eine Gruppe von Investoren im Austausch gegen Kapital. Unabhängig davon, welche Variante die Pot-Aktien gewählt haben, ist das Endergebnis das gleiche: eine Erhöhung der ausstehenden Aktienzahl eines Unternehmens. Verkäufe von Stammaktien sorgen für eine sofortige Erhöhung der Aktienzahl, wobei Wandelschuldverschreibungen, Aktienoptionen und Optionsscheine die Aktienzahl über viele Jahre hinweg erhöhen können. Mit steigender Aktienzahl wird es für Unternehmen immer schwieriger, einen aussagekräftigen Gewinn pro Aktie zu erzielen. Und vergessen wir nicht auch, dass es auch den Wert der bestehenden Aktien belastet.

Auf dieser Grundlage verlor etwa die "Auxly Cannabis Group" bei einer zusätzlichen Marktkapitalisierung von 30 Prozent über das Jahr nicht weniger als 58 Prozent an Wert. Und "Aurora Cannabis" verlor bei einer gestiegenen Marktkapitalisierung von 85 Prozent an Wert immerhin 22 Prozent. Und auch die Politik kann bei der Liberalisierung wieder den Retourgang einlegen, siehe Österreich, wo das Gesundheitsministerium bei THC und CBD in Lebensmitteln, Kosmetika und Genussmitteln Klarstellungen in Sachen Verbote getroffen hat.

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