Polizeinachwuchs in Berlin: 40 Prozent mit Migrationshintergrund - was folgt? | Unzensuriert.de

Polizeinachwuchs in Berlin: 40 Prozent mit Migrationshintergrund - was folgt?

Polizisten können in Berlin nicht richtig Deutsch schreiben oder sprechen. Vielleicht müssen die Deutschen künftig arabisch lernen. Foto:  	PolizeiBerlin / wikipedia.org (CC-BY-SA-4.0)
Polizisten können in Berlin nicht richtig Deutsch schreiben oder sprechen. Vielleicht müssen die Deutschen künftig arabisch lernen.
Foto: PolizeiBerlin / wikipedia.org (CC-BY-SA-4.0)
27. November 2018 - 7:54

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An Berlins Polizeiakademie werden knapp 2.500 junge Nachwuchspolizisten von 230 Lehrern und Dozenten ausgebildet. Eine Debatte im Innenausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses brachte zutage, dass fast jeder zweite dieser Polizeischüler Migrationshintergrund hat. Der Anteil der Migranten beim Polizeinachwuchs ist inzwischen höher als ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung in der Stadt, und das, obwohl die deutsche Staatsbürgerschaft Voraussetzung für die Bewerbung ist.

Berlins linke Regierung setzt bewusst auf eine bunte Polizei. In Schleswig-Holstein hatten 2016 lediglich 5,4 Prozent der Bewerber und 3,5 Prozent der neu Eingestellten einen Migrationshintergrund. In der Landesbevölkerung sind es 13,2 Prozent. Und in Nordrhein-Westfalen waren unter den neu Eingestellten nur 11,7 Prozent mit ausländischer Herkunft, im Vergleich zu 25,6 Prozent in der Bevölkerung.

Mangelnde Deutschkenntnisse

Die neue Leiterin der Berliner Polizeiakademie, Tanja Knapp, konzentriert sich im Unterricht daher auf die Vermittlung der deutschen Sprache. Berlins Polizeischüler sollen ab 1. März 2019 weniger Englisch lernen und dafür mehr Deutschunterricht bekommen. Laut Knapp gebe es bei vielen Polizei-Azubis „grundsätzliche Schwierigkeiten im sprachlichen Bereich bei Rechtschreibung, Zeichensetzung und beim schriftlichen Verfassen von Texten. Und es ist nicht ganz einfach, das zu kompensieren in der Ausbildungszeit“.

Kulturelles Verständnis

Die Zeit thematisierte den hohen Ausländeranteil unter den Polizeischülern schon im Februar 2017. Darin klangen trotz politischer Korrektheit auch kritische Töne an. So seien „Menschen mit ausländischen Wurzeln nicht automatisch sensibler für kulturelle Belange.“ Bei den Nachwuchspolizisten könnte das auch zu Spannungen führen. In Situationen, in denen eine fremde Sprache oder Hintergrundwissen von Vorteil sein könnte, säße der Polizist immer zwischen zwei Stühlen.

Trotz psychischen Drucks müsse sich der Polizist am Ende gegen seine Landsleute entscheiden. „Ein Polizist ist kein Vermittler. Er macht das, was das deutsche Recht fordert.“ Diese Aussage bestätigt, dass die Frage, wo der Polizist mit Migrationshintergrund steht, nicht unberechtigt ist. Werden muslimische Polizisten bei Gewaltdelikten gegen Frauen nach ihrem angestammten Kulturverständnis oder nach deutschen Normen handeln? Werden diese Polizisten Frauen die Hand zur Begrüßung reichen oder ablehnen? Werden diese Polizisten Tiere schützen?

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