Wie in DDR: Immer mehr Prominente haben sich öffentlich regierungskonform zu präsentieren | Unzensuriert.de

Wie in DDR: Immer mehr Prominente haben sich öffentlich regierungskonform zu präsentieren

Die linke Kampfparole „Deutschland, Du mieses Stück Scheisse“ erfreut sich nicht nur bei der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, großer Beliebtheit. Foto: Udo / flickr.com / (CC BY 2.0)
Die linke Kampfparole „Deutschland, Du mieses Stück Scheisse“ erfreut sich nicht nur bei der Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, Claudia Roth, großer Beliebtheit.
Foto: Udo / flickr.com / (CC BY 2.0)
23. September 2018 - 17:03

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Die aktuelle gesellschaftspolitische Entwicklung nimmt immer mehr Züge an, wie sie bis dato nur aus Diktaturen bekannt sind. Konkret: Man hat sich zu deklarieren, ein Statement im Einklang mit dem jeweiligen Regime abzugeben, kurz gesagt Kund zu tun, „wo man steht“, - wie schon der Name eines berüchtigten Liedes in der DDR, „Sag mir wo du stehst“, besagte.

Künstler und Sportler haben sich politisch zu deklarieren

Personen des öffentlichen Lebens sind hier besonders „gefordert“. Wer sich da unpolitisch verhalten möchte, macht sich bereits verdächtig, zumindest ein Rechtsextremer, wenn nicht gleich ein "Nazi" zu sein. Egal ob Schauspieler, Schlagersänger, Sportler oder Künstler, jeder hat seinen politischen Standort offen zu legen, und wehe, er ist der falsche.

Wer das System kritisiert, wird geächtet

Dann kann es einem so ergehen, wie der bekannten Schauspielern Silvana Heißenberg, die aufgrund von kritischen Äußerungen zur Merkel'schen Einwanderungspolitik jetzt praktisch arbeitslos dasteht und ihre Erfahrungen in dieser „toleranten“ und „offenen“ Gesellschaft vor wenigen Tagen in Buchform präsentierte.

Frappante Ähnlichkeit zu DDR-Gleichschaltung

Wo der „Kulturschaffende“ zu stehen hat, kann man am besten in der Ausgabe des „Neues Deutschland“ vom 22. November 1976 nachlesen. Man braucht lediglich die Namen der „Kulturschaffenden“ im Text austauschen und in der Überschrift BRD statt DDR.

„Deutschland, Du mieses Stück Scheisse“

Wechseln wir von „Kulturschaffenden“ in die Welt des Sports und beginnen wir gleich bei den von der „Deutschen Welle“ gelobten Fußballfans, die laut dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk eine „wichtige und richtige Aktion“ im Bremer Weserstadion in Form „eines starken Zeichens gegen Rechts" setzten: „Deutschland, Du mieses Stück Scheiße“. Ob Claudia Roth auch diesmal diese Parole mitskandierte, ist nicht bekannt.

Und weiter vom Fuß- zum Basketball: Auf  Zeit online war letzte Woche (16. September) ein Interview mit dem Kapitän der Mannschaft zu lesen. Unter der Überschrift „Leute, die das anders sehen, wollen wir nicht in der Halle" erfährt man, „die deutsche Basketballnationalmannschaft setzt mit einer Trikot-Aktion ein Zeichen gegen Rassismus". Der Sport müsse mehr tun, sagt Kapitän und Initiator Bastian Doreth, zum Aufwärmen werde man Shirts mit dem Hashtag #wirsindmehr tragen. Begründung.:

Ich war geschockt durch die Vorfälle in Chemnitz, durch die Fremdenfeindlichkeit, den Hitlergruß, die Naziparolen. Was dort geschah, sollte man sehr, sehr ernst nehmen. Es spiegelt den Zustand unserer Gesellschaft wieder.

Und auf die Frage von Zeit online, wie er es finde, dass der Trainer und Sportchef des Leipziger Fußballvereins, Ralf Rangnick, sagt, der Sport solle sich aus der Politik heraushalten, meinte Doreth:

Das sehen wir ganz anders. Wir Sportler sind auch Bürger. Wir dürfen das, was hier geschieht, nicht mehr wortlos hinnehmen. Deutschland hat ein großes Problem, und wir wollen gegen den Rechtsruck Stellung beziehen. Wir finden das ganz wichtig. In den USA gibt es ja eine ähnliche Debatte. Vielleicht hat Rangnick einfach Angst vor negativen Reaktionen im Stadion.

So ein Angsthase, der Rangnick! Er will wohl nicht zum zweiten Hans-Georg Maaßen werden, weil er vielleicht einen "falschen" Satz sagt. Es gehört eben viel Mut dazu, heute regierungs- und systemkonform „Gesicht“ zu zeigen! Genauso wie einst in der DDR...

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