Steve King: "Die EU ist ein Handelskartell geworden, das die Nationalstaaten ausradiert" | Unzensuriert.de

Steve King: "Die EU ist ein Handelskartell geworden, das die Nationalstaaten ausradiert"

Steve King im "Unzensuriert"-Gespräch mit Caroline Sommerfeld: "Ohne Grenzen wird Europa zerstört".  Foto: unzensuriert.at
Steve King im "Unzensuriert"-Gespräch mit Caroline Sommerfeld: "Ohne Grenzen wird Europa zerstört".
Foto: unzensuriert.at
5. September 2018 - 17:29

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Am 24. August bekam unzensuriert die Gelegenheit, den US-amerikanischen Kongressabgeordneten der Republikanischen Partei des Bundesstaates Iowa, Steve King, zu interviewen. Das gesamte Interview ist hier in englischer Sprache nachzulesen.

Unzensuriert stellte Steve King Fragen zu den Themenkomplexen Massenimmigration und Grenzen, Europa und EU, den Großen Austausch, den Einfluss von Eliten auf Politik und seine eigene Vision von der westlichen Zivilisation.

Das Gespräch führte Caroline Sommerfeld

Lesen Sie hier den zweiten Teil des Interviews – Steve King über die EU und die Zukunft Europas:

Unzensuriert: Sie interessieren sich lebhaft für europäische Politik, und besonders für die sogenannten Rechtsparteien in Europa. Wäre es für Amerika gut, wenn diese Kräfte stärker würden? Oder glauben Sie, wie einige rechte Denker in Europa, dass unsere Staaten nur Marionetten der USA sind?

Steve King: Ich glaube an die Freiheit. Ich glaube, dass wir alle gottgegebene Freiheit in uns tragen. Diese Freiheit wird von Tyrannen und Linken unterdrückt. 1977 wollten sie ja ein Gegengewicht zu den USA schaffen und begründeten so etwas wie die „Vereinigten Staaten von Europa“. Seitdem hat sich die Zahl der EU-Mitgliedstaaten verdoppelt. Wenn ich von Leuten wie Nigel Farage hören muss, dass sie in Großbritannien 75 Prozent der Steuereinnahmen des Staates an die EU abführen müssen, nach Brüssel, wo sie die Gesetze schreiben, die keinerlei Gesetze aus der Perspektive der Briten zulassen, dann bin ich für den Brexit. Die EU ist ein Handelskartell geworden. Ich beobachte, dass die EU die Nationalstaaten ausradiert. Sie sagen: Hisst die EU-Fahne, nicht eure Nationalfahnen. Sie sagen: Nationalismus ist böse. Sie sage: Die EU unter der Knute von Brüssel ist gut. Ich denke, das Gegenteil ist richtig. Die Vorstellung, dass Nationalismus schlecht ist wegen der zwei Weltkriege im vergangenen Jahrhundert, ist durchaus verständlich. Allerdings sind die erfolgreichsten Institutionen überhaupt, zumindest in den letzten 200 Jahren, Nationalstaaten. Wenn es keinen wirksamen Nationalstaat gibt, mit Sprache, Kultur, Hochachtung vor der eigenen Geschichte, dann kommt am Ende heraus: Brüssel beschließt, dass „wir“ keine Grenzen haben. Und wenn wir keine Grenzen haben, dann wird eben der Nationalstaat abgeschafft von denen, die unsere Kultur ablehnen.

Unzensuriert: Glauben Sie, dass die EU eine Bedrohung für die Demokratie ist?

Steve King: Nun, ich glaube, sie hat die Freiheit der Menschen in Europa geschwächt. Ich will damit nicht sagen, dass die EU keinerlei Funktion hätte. Ginge es nach mir, würde ich eher eine Konföderation von Nationalstaaten begrüßen, die sich in gemeinsamen Angelegenheiten zusammentun. Zum Beispiel wollen die Menschen, die in Österreich leben, ihre Grenzen nicht auflösen. Sie haben einen ganz bestimmten Staat und sind auch stolz auf ihre Geschichte und ihre Kultur. Ich glaube, das gilt für alle Staaten innerhalb der EU. Aus der US-amerikanischen Perspektive kann man erkennen: Seit Jahrzehnten waren die europäischen Grenzen nicht bedroht. Die Situation ist jetzt aber neu, und die Politik muss sich danach richten. Viele Amerikaner wollen schon lange eine Mauer entlang unserer Grenze zu Mexiko. Ich glaube es war 2005, da habe ich schon dazu gedrängt. Seit 2005 setze ich mich für eine Grenzmauer ein. Damals haben sie gesagt: das geht nicht. Ich bin Bauunternehmer, also habe ich für sie ein kleines Modell gebaut, mit zwei Zäunen, einem Niemandsland dazwischen, in dem jeder, der gefangen wird, abgeschoben wird. Ich habe mein Modell im Repräsentantenhaus vorgezeigt, da haben sie mir entgegnet, dass die Leute dann eben über die Zäune steigen werden. Gut, dann geben wir eben Stacheldraht hinauf. Wenn sie dann immer noch versuchen, hinüber zu kommen, setzen wir den Draht unter Strom. Von diesem Moment an wurde mir nachgesagt, ich sei dafür, Illegale mit Stromschlägen zu töten. Ich wollte nur diesen Draht unter Strom setzen, damit er abschreckend wirkt.

Unzensuriert: Aber wie schaut das aus Ihrer Sicht in Europa aus? Ginge es überhaupt, die Grenzen zu verteidigen?

Steve King: In der Türkei sagt Erdogan ja: „Ich kann jederzeit Millionen von Illegalen nach Europa schicken“. Er erpresst und bedroht Europa. Es handelt sich um eine ernsthafte Bedrohung, er kann das wirklich tun. Ich haben mich selbst zum Grenzzaun in Ungarn begeben, ich habe in Serbien und Kroatien tausende Migranten durchreisen sehen. Ich habe auch mit ihnen gesprochen, und folgendes von ihnen erfahren: Sie wollen nach Deutschland. Sie sind mit der Bahn durch Kroatien, Slowenien und Österreich nach Deutschland gefahren. Die Standardantwort lautete: „Wir fahren nach Deutschland“. Ich fragte sie, wie sie ihren Lebensunterhalt dort bestreiten wollen. „Darum kümmert Deutschland sich.“ Ich habe ein Video gesehen, in dem Angela Merkel in irgendeinem Rathaus zu den Bürgern gesagt hat: „Wir dürfen uns nicht von Angst regieren lassen. Und Sie haben Angst.“ Sie sagte auch: „Wir können sie nicht aufhalten.“ Im deutschen Grundgesetz ist festgeschrieben, dass Flüchtlinge ins Land gelassen werden müssen. Das haben die Amerikaner direkt nach dem Zweiten Weltkrieg da hineingedrückt. Am meisten hat mich umgehauen, dass Merkel gesagt hat: „Die Gewalt, die die Immigranten gegen uns ausüben, wird nicht so schlimm sein wie die Gewalt, die wir anderen Menschen angetan haben in unserer jüngeren Geschichte.“ Da bezog sich Merkel auf die Greueltaten der Nazis. Heute sollen junge Deutsche sich für die Nazi-Gräuel verantworten. Doch die sind nicht verantwortlich für diese Zeit in der Geschichte.

Hier zum Nachlesen Teil 1.

 

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