„Hilfe, Chefredakteur, ich verstehe die Welt ohne Rote Flora nicht mehr!“ | Unzensuriert.de

„Hilfe, Chefredakteur, ich verstehe die Welt ohne Rote Flora nicht mehr!“

Hamburger Verhältnisse erschrecken die "Spiegel"-Journalisten nicht, aber Österreichs aktuelle Politik. Foto: Thorsten Schröder / flickr (CC-BY 2.0)
Hamburger Verhältnisse erschrecken die "Spiegel"-Journalisten nicht, aber Österreichs aktuelle Politik.
Foto: Thorsten Schröder / flickr (CC-BY 2.0)
11. Juli 2018 - 16:02

Nachhaltige Umerziehung gelingt am besten an Probanden, die in einem geschlossen Politsystem möglichst lange sozialisiert werden und möglichst wenig gegenläufigen Informationen ausgesetzt sind. Der zunehmende Realitätsverlust unter den Betroffenen wird billigend in Kauf genommen, weil er dem höheren pädagogischen Ziel untergeordnet ist.

Gastbeitrag von Gladius Invictus

Das System der deutschen Lizenzpresse durch die Besatzungsmächte wurde nach dem Jahr 1949 durch strikte Kontrolle über den Personalbereich abgelöst: Nur perfekt umerzogene und systemkonforme Journalisten durften in Zukunft Karriere machen. Das Ergebnis ist bekannt: Landauf und landab wird die deutsche Systempresse vom mündigen Bürger abgelehnt und zunehmend durch den vielschichtigeren Informationsfluss aus dem Internet ersetzt.

Alternative Medien als Informationskanal

Nur mit der Schere im Kopf ließ sich innerhalb Deutschlands ein Regime etablieren, welches sich über die Jahre von der realen Situation außerhalb der Grenzen des Landes immer weiter entfernte. Werden Systemjournalisten mit den Realitäten im Ausland konfrontiert, ergeht es ihnen wie dem Verunglückten, der nach langer Zeit aus dem künstlichen Koma erwacht und sich plötzlich einer fremden Realität ausgesetzt sieht: Emotional aggressives Verhalten ist meist die Folge und es bedarf intensiver ärztlicher Betreuung, um den Patienten wieder auf ein Leben in Normalität einzustellen.

Schizophrener Spiegel-Journalismus

Der jüngst unter dem Titel „Kleiner Brauner“ im Spiegel erschienene Artikel über Österreich lässt demnach auch keine Rückschlüsse auf die Verhältnisse in Österreich zu, doch beschreibt vielmehr perfekt den Seelenzustand, der in deutschen Schreibstuben herrscht, wenn immer Vertreter ihrer Zunft im Ausland über vermeintlich neue Realitäten stolpern.

„Nach mehr als 30 ausführlichen Gesprächen auch mit Burschenschaftern (sic) und FPÖ Politikern kommt Spiegel-Redakteur Ullrich Fichtner zu dem Schluss, dass dem liebsten Urlaubsland der Deutschen zwar kein Rückfall in die Dreißigerjahre drohe“, lässt das von politischer Paranoia geplagte Wochenmagazin schon im Vorspann seine verschreckten Leser wissen, garniert mit den Titelbildern der bundesdeutschen und österreichischen Ausgabe: Während der bundesdeutsche Titel „Fußball, Politik, Wirtschaft – Es war einmal ein starkes Land“, das heißt den Niedergang in der BRD betrauert, wird mit dem Titelbild der Österreichausgabe „Das neue Österreich – Auf dem rechten Weg“ umso bitterer das genaue Gegenteil beklagt.

In Anbetracht dieses Widerspruchs bedarf es keines Sigmund Freuds, sondern nur eines einfachen Hausarztes, um schon aus der Ferne in den Köpfen deutscher Qualitätsjournalisten unübersehbare Anzeichen von Schizophrenie zu konstatieren.

Unglaubliche Entgleisungen des Spiegel-Journalisten

Doch wenden wir uns der eigentlichen „Krankenakte“ zu, dem zehnseitigen Elaborat über Österreich mit bizarren Wahrnehmungen, die den Spiegel so sehr in Unruhe versetzen:

Der Spiegel schreibt, dass

das Land, seine Gesellschaft, sein politischer Betrieb… vielleicht schon seit hundert Jahren, vielleicht noch länger auf seltsamen Pfaden unterwegs sind.

Vielleicht hat der Autor seinen Geschichtsunterricht verschlafen oder nur zu viel Karl May gelesen und zuletzt Österreich mit dem Wilden Kurdistan verwechselt.

Faschismuskeule gegen Österreich

Und weiter:

Am Werk nun eine Koalition, die sich `türkis-blaue` nennt, die aber nach der gültigen Farbenlehre der Politik mit `schwarz-braun` doch viel zutreffender bezeichnet wäre.

Die in Hamburg „gültige Farbenlehre“ scheint wohl die der Frankfurter Schule zu sein, welche verlangt, alle Anständigen als „Braune“ zu beschimpfen, um durch solchen Kniff von ihrer eigenen Ideologie, dem reinrassigen Zivilfaschismus samt ihren Schwarzhemden auf der Straße, abzulenken.

„Flirt mit dem Vulgären und Primitiven“

Der Spiegel schreibt, dass aufgrund der Regierungsbeteiligung der „sogenannten“ Freiheitlichen Partei „ein ständiger Flirt mit dem Vulgären und Primitiven, ein schmutziges Spiel mit Wörtern, Aktionen und Symbolen“, zu beobachten wäre. Eine Darstellung, die viel eher den Methoden linksextremer Hetzer folgt, wie sie gerade in Hamburg beheimatet sind.

Er findet die Frage berechtigt, „ob Österreich eine aufgeschlossene, moderne Demokratie bleibt und bleiben will.“ Das schreibt ein Blatt aus einem Land, wo nach Aussage seines Innenministers, wieder einmal die „Herrschaft des Unrechts“ ihre Rechtsbrüche feiert.

Hausdurchsuchungen der Staatsanwaltschaft, nicht der Behörden

Weiter schreibt der Spiegel, dass der Innenminister in Österreich „Razzien in staatlichen Behörden“ anordnet. Das ist falsch: In Österreich werden Hausdurchsuchungen von der Staatsanwaltschaft angeordnet, wenn ein Verdacht auf Rechtsbruch besteht. Das kann ein linksextremes Magazin, sozialisiert unter einer „Herrschaft des Unrechts“, nur schwer verstehen und offenbart die „Qualität“ der dortigen Journalisten.

Wer sich umtut in Österreich, dem begegnen häufig Größenwahn und Minderwertigkeitsgefühle, gleichwertig und gleichzeitig. … Wenn Kanzler Kurz nun durch Europa tourt,… wirkt das heimische Presseecho so, als hätte ein Gigant die Weltbühne betreten, ausersehen, Geschichte zu schreiben.

Es scheint: Deutscher Qualitätsjournalismus versteht die Welt außerhalb der BRD, wo eine unbeliebte Kanzlerin zehn Minuten mit Standing-Ovations wie im DDR-Politbüro bedacht wird, nicht mehr.

Zehn Seiten Verunglimpfung

Während der Spiegel auf zehn Seiten über Österreich hyperventiliert, sich sein verqueres Politverständnis aus der Seele kotzt und von einer Demokratie in Gefahr faselt, stellt sich die Frage, wer hier unter Paranoia, Schizophrenie bzw. Realitätsverlust leidet: Das Volk der Alpenrepublik oder die Schreiberlinge aus Hamburg, die den Geist der „Roten Flora“ versprühen und denen siebzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg nichts Besseres einfällt, gleich einem dementen Papagei, immerzu alliierte Umerziehungspropaganda der Nachkriegsjahre unreflektiert nachzuplappern, während um sie herum die alte westliche Weltordnung in Schutt und Asche versinkt.

Auch unzensuriert bekommt sein Fett ab

Zu guter Letzt sei noch erwähnt, dass sogar Unzensuriert das Privileg genießt, im Spiegel-Beitrag erwähnt zu werden. Wir seien die „… Extremisten-Fake-News-Plattform Unzensuriert.at“ heißt es da. Ohne Beispiele. Ohne Beweise. Einfach so.

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