AfD-Anfrage zum Thema inzestbedingte Behinderungen löst heftige Reaktionen aus

Die AfD möchte wissen, inwieweit sich die migrationsbedingte Inzucht auf Erbkrankheiten auswirkt. Foto: Oxfordian Kissuth / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
Die AfD möchte wissen, inwieweit sich die migrationsbedingte Inzucht auf Erbkrankheiten auswirkt.
Foto: Oxfordian Kissuth / Wikimedia (CC BY-SA 3.0)
13. April 2018 - 19:17

Eine Anfrage der AfD-Fraktion an die Bundesregierung zum Thema Behinderung hat zu heftigen Reaktionen geführt und rief beim Deutschen Ethikrat große Empörung hervor. Grund der Aufregung ist wohl der, dass die auf den 12. April datierte Anfrage Behinderungen von Personen mit dem Inzest in Verbindung bringt, der in vielen Migrantenfamilien durch die sogenannten Verwandten-Ehen häufig vorliegt. So will die AfD in der Anfrage unter anderem wissen:

Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Zahl der Behinderten seit 2012 entwickelt, insbesondere die durch Heirat innerhalb der Familie entstandenen?

Und zusätzlich fragt die Partei, in wie vielen Fällen bei durch Heirat in der Familie entstandenen Behinderungen ein Migrationshintergrund vorliegt. Dass eine solche Anfrage Empörung auslösen würde, war bis zu einem gewißen Grad hervorsehbar, berührt man damit ja eines der Tabu-Themen in unserer Gesellschaft. So wurde auch Thilo Sarrazin heftig gescholten, als er in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ dieses Thema aufgriff. Dort konnte man lesen, dass die „Importpartner“ (Sarrazin) häufig aus Vettern und Cousinen bestünden und ganze Clans „eine lange Tradition von Inzucht und entsprechend vielen Behinderungen“ hätten.

Anfrage für Ethikrat „völlig inakzeptabel"

Die Reaktionen auf die Anfrage fielen auch entsprechend geharnischt aus. So sagt der Vorsitzende des Ethikrates, Peter Dabrock, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA):

Es ist erschütternd und völlig inakzeptabel, dass in einer Anfrage im Deutschen Bundestag erkennbar im Subtext vermittelt wird: Die Zunahme von Behinderung ist ein gesellschaftliches Übel. Und dass ein erkennbarer abstrusen Zusammenhang zur Migrationsfrage aufgebaut wird, toppt das Ganze im negativen Sinne.

Heftige Reaktionen samt Nazivergleich

Und nachdem dieses Thema Behinderung ja auch eng mit der Nazizeit konnotiert ist, ließen auch NS-Vergleiche nicht lange auf sich warten. So warf der außenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Stefan Liebich, der AfD auf Twitter vor, „behindertenpolitisch endgültig in der Tradition der NSDAP angekommen" zu sein. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, nannte das Vorgehen auf Twitter „ekelhaft" und sieht darin einen Zusammenhang zum Gedankengut der Nazis vom „unwerten Leben".

Problemlösung wäre im Interesse der Betroffenen

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass bereits Fragestellungen an sich als verwerflich dargestellt werden, wenn es darum geht, einen Mißstand zu vertuschen. Eine entsprechende Aufklärung über inzuchtbedingte Erbkrankheiten würde jedoch ganz im Gegenteil jenen Personen nützen, welche über die gesundheitlichen Folgen von Verwandten-Ehen offensichtlich nicht ausreichend informiert sind. Denn sie sind ja in erster Linie die Leidtragenden im Falle von Behinderungen ihres Nachwuchses (abgesehen vom Steuerzahler).

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