Toiletten zu verdreckt: Schüler zahlen zehn Cent pro Klobesuch für die Reinigung

Weil die Schüler auf den Klos zu viel Dreck hinterlassen, erheben nun einige deutsche Bildungseinrichtungen eine Klogebühr. Foto: SuSanA Secretariat / wikimedia (CC BY 2.0)
Weil die Schüler auf den Klos zu viel Dreck hinterlassen, erheben nun einige deutsche Bildungseinrichtungen eine Klogebühr.
Foto: SuSanA Secretariat / wikimedia (CC BY 2.0)
13. Februar 2018 - 9:55

Eigentlich sieht das Infektionsschutzgesetz die tägliche Reinigung von Schultoiletten vor. Wenn aber oft mehr als 1.500 Schüler und 150 Lehrer die wenigen Kabinen mehrmals pro Tag nützen, geht schnell die Seife aus, der Handtuchspender ist leer und die WCs sind verdreckt. Eine Problematik, die erstaunlich viele Bildungseinrichtungen trifft. Wer allerdings annimmt, die Schule, der Bund oder der Elternbeirat würde die Kosten für eine regelmäßigere Reinigung übernehmen, der liegt daneben. An einer Gesamtschule in Hessen werden nun die Kinder zur Kasse gebeten: Zehn Cent fallen pro Klobesuch an.

Bewusstsein soll sensibilisiert werden

Kein lukratives Geschäft für die erste Schulklofrau Deutschlands, aber ein sinnvolles, wie sich beim Augenschein mehrerer Medien gezeigt hat. Weil die Gesamtschüler anscheinend nicht in Lage sind, die Toiletten in sauberem Zustand zu hinterlassen, wurde eine zusätzlich Putzfrau während der Unterrichtszeit notwendig.

Wo bezahlt werden muss, ist es sauber

In der Schule gäbe es auch andere Toiletten, die nicht von ihr instandgehalten und gereinigt werden, die sähen katastrophal aus. Dort wo die Schüler aber bereit sind, zehn Cent für eine saubere Umgebung zu investieren, funktioniere alles hervorragend, berichtet etwa die Bild.

Ein Umstand, der nicht zu Unrecht den Ruf einer Zwei-Klassen-Gesellschaft laut werden lässt. Weil das Modell aber zu mehr Achtsamkeit bei den Schülern führe, haben nun auch schon andere Schulen eine eigene Klofrau eingesetzt. Jene in Hessen bekommt 900 Euro brutto. Ein Teil davon wird vom Bund gezahlt, der Rest setzt sich aus den bezahlten Zehn-Cent-Gebühren der Benutzer zusammen. Auch Kleinvieh macht bekanntlich Mist.

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