Moralischer Tiefpunkt: ZDF macht sich über Sprachfehler von AfD-Abgeordnetem lustig

ZDF-Moderator Oliver Welke machte sich über Stottern von AfD-Abgeordnetem Dieter Amann lustig. Foto: Superbass / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
ZDF-Moderator Oliver Welke machte sich über Stottern von AfD-Abgeordnetem Dieter Amann lustig.
Foto: Superbass / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
6. Februar 2018 - 11:00

Wenn es um den "Kampf gegen Rechts" im Allgemeinen und gegen die AfD im Speziellen geht, scheint im öffentlich rechtlichen Fernsehen alles erlaubt zu sein. AfD-Abgeordnete haben mit Spott und Hohn überzogen zu werden, koste was es wolle. Selbst wenn damit ein Behinderter öffentlich lächerlich gemacht wird.

Moderator Oliver Welke äfft Stottern nach

„Ich möchte etwas vorausschicken. Ich bin hier neu, bin nicht gewohnt zu reden vor großer Runde und ich stottere. Das möchte ich vorausschicken, damit sich niemand wundern möge“, gab AfD-Abgeordneter Dieter Amann in seiner Rede im Hauptausschuss des deutschen Bundestages bekannt. Vergeblich: Gnadenlos brachte das ZDF in der "Heute Show" am 2. Februar zum Gaudium des Publikums einen kurzen Ausschnitt seiner Rede, bei der es zu einem Sprachhänger gekommen war. Zu schlechter Letzt konnte es sich Moderator Oliver Welke nicht verkneifen, das Stottern des Abgeordneten nachzuäffen. Das Saalpublikum johlte und applaudierte, die Mission war erfüllt: Man hat in aller Öffentlichkeit einen AfD-Mann durch den Kakao gezogen.

Halbherzige Entschuldigung

Als der Skandal publik wurde, sah sich das ZDF auf Facebook zu einer Entschuldigung genötigt. Darin räumte man ein, einen Fehler gemacht zu haben. Das Stottern will man auf Nervosität zurückgeführt haben. Von der Sprachstörung von Herrn Amann will man nichts gewusst haben, sonst hätte man den Beitrag natürlich nie gesendet. Im Gegensatz zu anderen finde die "heute show" nach wie vor, dass politische Korrektheit sinnvoll sei.

Sprachfehler gnadenlos ausgenutzt

Man will also von nichts gewusst haben. Fakt ist aber, dass man den Ausschnitt gesendet und sich über das Stottern des Abgeordneten lustig gemacht hat. Um inhaltliche Motive kann es sich im lediglich zwanzig Sekunden langen Ausschnitt nicht gehandelt haben. Man wollte den AfD-Abgeordneten in aller Öffentlichkeit lächerlich machen und wurde dabei erwischt, dass man sich einen Behinderten als Opfer ausgesucht hatte. Eine „menschenverachtende Aktion“ würde man in den politisch korrekten Redaktionsstuben des ZDF sagen, wenn man nicht selbst Produzent des ach so lustigen TV-Beitrags gewesen wäre.

 

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