Symbolbild: Auch im Jahr 2018 rechnet die Polizei wieder mit vermehrten Ausschreitungen im Zuge des Wiener Akademikerballes.

Foto: Bild: Haeferl - Own work / Wikimedia CC BY-SA 3.0
Der Wiener Akademikerball im Live-Ticker

Am heutigen 26. Jänner geht traditionell mit dem letzten Freitag im Monat der Wiener Akademikerball über die Bühne. Tausende Gäste haben bereits Karten für die Veranstaltung in der Hofburg erworben, ebensoviele ihre Teilnahme an den Demonstrationen in der Innenstadt angekündigt. 

Wie in den Jahren davor wird wieder mit zahlreichen und dieses Mal noch heftigeren Demonstrationen gerechnet. Durch die Regierungsbeteiligung der FPÖ, welche auch Gastgeber des Balles ist, rechnet die Polizei erneut mit schweren Ausschreitungen. Auch das zehnjährige Jubiläum des ersten Protestes gegen den Ball dürfte für Linksextremisten ein Anlass sein.

Dass es allerdings nicht nur um einen für linksgerichtete Wähler missliebigen Ball geht, macht auch die Einschätzung der Einsatzkräfte klar, die mit einer breiten Beteiligung aus Deutschland rechnet. Weil heimische Spezialeinheiten im Zuge des G20-Gipfels in Hamburg als Verstärkung der deutschen Polizei im Einsatz waren, würden sich die Extremisten nun in Wien rächen wollen. Der Wiener Polizeipräsidenten Gerhard Pürstl sprach schon im Vorfeld von einer „Vergeltung gegen die österreichische Polizei“.

Wir berichten im Live-Ticker von den Geschehnissen am und rund um den Wiener Akademikerball

22:20 Uhr Der Ball ist in vollem Gange, die Stimmung ausgelassen und feierlich.

Etliche Personen, die sich nach der Demonstration abgespalten hatten, versammeln sich weiter rund um die Hofburg. Die Lage wird von der Polizei allerdings als ruhig und kontrollierbar eingeschätzt

21:40 Uhr In der Bellariastraße kam es erneut zu Blockaden und Einkesselungen durch Linksextremisten. Die Polizei rückte mit rund hundert Mann dorthin aus und geht momentan nach Angaben von Beteiligten auch mit Schlagstöcken gegen die aggressiven Reste der Demonstrationen vor.

Offiziell waren 2.800 Beamte heute Abend im Einsatz, viele sind es immer noch.

21:30 Uhr Ein stark besuchter Ball wird während dieser Minuten eröffnet. Vorab fand Vizekanzler HC-Strache bereits einige Worte für Gäste, Zuschauer und die Demonstranten:

21:00 Uhr Das Eröffnungskomitee in der Hofburg steht bereit und wartet auf den Startschuss. 

20:50 Uhr Rund tausend Personen haben es, teilweise vermummt, nach dem offiziellen Ende der Demonstration trotz Verbotes bis hinter das Burgtheater geschafft. Die weitere Vorgehensweise wird von der Polizei deeskalierend, aber engmaschig überwacht.

20:15 Uhr Die Demonstrationen sind offiziell beendet, tausende Personen stehen weiterhin parallel zur Ringstraße auf Höhe des Museumsquartiers zusammen. Auf Twitter macht sich unter dem Hastag #nowkr Unmut darüber breit, dass Ballgäste in Taxis ungehindert über die Bellariastraße zur Hofburg zufahren können. Im Jahe 2014 kam es genau dort zu mehreren gewaltsamen Zwischenfällen und Einkesselungen durch Linksradikale nach dem Ende der Demos.

20:05 Uhr Die Polizei setzt sich nun parallel zur Demo mit Wasserwerfern in Bewegung, die Zahl der Teilnehmer ist nach Angaben der Exekutive binnen kürzester Zeit  auf etwa 8.000 angewachsen. Der Zug steht still und es gibt keine Bewegung mehr.

19:15 Uhr Weitere namhafte Gäste wie der burgenländische Landeshauptmann-Stv. Johann Tschürtz sind bereits in der Hofburg eingetroffen. 

Der größte Demonstrationszug hat nun gehalten, blockiert die Route und skandiert „Widerstand“. Ungereimtheiten dürfte es aber unter den Teilnehmern geben, auf Twitter beschwert sich eine junge Dame währenddessen, dass es wahre Gleichberechtigung nur gäbe, wenn auch Frauen auf derlei Demonstrationen als „Vorschreierinnen“ eingeteilt würden.

Die heute bereits mehrfach für Aufregung sorgende Gruppe „Anonymous“ streut indes Gerüchte, wonach die Polizei sogar mit Scharfschützen entlang der abgesperrten Strecke postiert sei.

Die Polizei schätzt einen Zuwachs der Demonstranten auf rund 4.000 Teilnehmer.

19:00 Uhr Trotz eines Verbotes und zahlreicher Durchsagen zünden die Teilnehmer nun laufend Böller und Feuerwerkskörper. 

Vizekanzler HC-Strache ist indes mit seiner Frau und weiteren Gästen der Freiheitlichen Partei am Ball eingetroffen. 

Generalsekretär Harald Vilimsky nahm bereits Bezug zu den Gewaltdrohungen von Anonymous auf Twitter und bezeichnete die Äußerungen sowie Vorhaben als „völlig irr“.

18:40 Uhr Innerhalb der angemeldeten Demonstrationen verläuft alles noch friedlich. Die Musik- und Sprechchorbeschallung macht sogar eine Pause, damit die vorangehende Polizei ihre Aufforderung zum Vermummungsverbot durchsagen kann. Nach Angaben der Behörden sind derzeit rund 2.000 Teilnehmer an allen Demos beteiligt. Die Veranstalter gehen – wie üblich – von -zigfach höheren Zahlen aus.

18:35 Uhr Taxifahrer weichen mit Ballgästen an Bord bereits über weitläufige Umfahrungen aus, um sie sicher in die Hofburg zu bringen. Ein Passieren der Absperrung ist nur mit der Vorlage von Eintrittskarten möglich.

Der größte Demozug ist bereits am Rathaus vorbei und marschiert am Ring entlang bis zur Hofburg. Unterstützung erhalten die Teilnehmer dabei von den mobilen Essenslieferanten des Zustelldienstes „Foodora“, die die Straße für Passanten und Autofahrer blockieren.

Währenddessen folgte ein erneuter Gewaltaufruf von „Anonymous Austria“: „Todays mission: kill Nazis“ aus dem Film Inglorious Basterds.

18:15 Uhr Die Polizei hat mit Wasserwerfern entlang der Demonstrationroute Stellung bezogen und ist für gröbere Zwischenfälle gerüstet. Das auf Twitter hochgeladene Bild der Gruppe „Anonymous Austria“, die sich kurzzeitig in „Heimatschutzministerium“ umbenannte, von mehreren Faustfauerwaffen, Guy-Fawkes-Maskes sowie Munition versetzte die rund 3.000 Beamten im Dienst bereits in Alarmbereitschaft. 

In der Menge der Demonstrationen vermuten die Einsatzkräfte jeweils einige Dutzend radikale Teilnehmer vom sogenannten „schwarzen Block“.

Dass es nur bedingt um den Wiener Akademikerberall geht, zeigt auch ein Transparent der „Offensive gegen Rechts“, deren Anhänger sich gegen „Rassismus, Sexismus und Sozialabbau“ aussprechen.

18 Uhr In der Hofburg probt das Jungdamen- und Herrenkomitee gerade ein letzte Mal seinen Auftritt für die Eröffnung um 21.00 Uhr. Zahlreiche Gäste sind bereits frühzeitig eingetroffen, um Zwischenfälle entlang der Kundgebungen zu vermeiden.

17:45 Uhr Die erste Demonstration hat sich vor rund 30 Minuten am Wallensteinplatz (Brigittenau) in Bewegung gesetzt und sollte in Kürze mit einem weiteren Protestzug vor der Universität am Ring zusammentreffen.

Die Polizei, welche bereits Ton- und Filmmitschnitte vom Geschehen aufgezeichnet hat, twitterte kurz vor Beginn noch einen Hinweis an alle Teilnehmer:

17:30 Uhr Seit 17.00 Uhr gilt ein großräumiges Platzverbot rund um die Hofburg im 1. Wiener Gemeindebezirk. Drei Demonstrationszüge und zwei Standkundgebungen sind geplant. In der Kärntner Straße hat ein Großteil der Geschäfte ihre Außendekoration bereits weggeräumt und den Betrieb ab dem Inkrafttreten der Sperrzone für heute beendet.

Aufgrund der hohen Brisanz rechnet die Polizei mit einer „allgemeinen Gefahr für Leben und Gesundheit“ und ahndet Übertretungen des Platzverbotes mit einer Verwaltungsübertretung und damit Strafe.

 

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