Geschlecht egal, aber doch nicht: Aachener Friseursalon legt sich mit Multikulti selber ein Ei

Im Gewirr der Gutmenschlichkeit scheint sich dieser Friseursalon selbst überlistet zu haben. Foto: privat / zVg
Im Gewirr der Gutmenschlichkeit scheint sich dieser Friseursalon selbst überlistet zu haben.
Foto: privat / zVg
11. Januar 2018 - 10:05

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Ein Aachener Friseursalon hat sich für seine Kundschaft im neuen Jahr eine besondere Aktion einfallen lassen. Um den Absatz zu erhöhen, bietet der Betrieb nicht nur gewöhnlichen Frauen und Männern eine luxuriöse Haarpflege zu luxuriösen Preisen, sondern wortwörtlich auch „allen Rassen, allen Religionen, allen Herkunftsländern, allen sexuellen Orientierungen und Geschlechtern“.

"Sicher" vor der grausamen Realität

Durch das Werbeplakat im Schaufenster wird zwar nicht klar, ob damit nun die Träger der verschiedenen Religionen und Rassen gemeint sind, oder nur die Sache an sich geschützt wird. Die Botschaft ist aber klar: „We stand with you". Im Nachsatz folgt auch noch eine Welle der Nächstenliebe, wonach die Betroffenen im Inneren des glamourösen Salons vor der grausamen Realität dort draußen geschützt seien: "You are safe here"

Frauen zahlen wesentlich mehr

Ein paar Schritte vor dem Eingang findet sich dann auch gleich der Preis für diesen verfehlten Kunstgriff, den uns ein Leser zukommen ließ. Obwohl der Salon offensichtlich die Einteilung und Zuweisung in konkrete Geschlechterrollen ablehnt, ist dort einerseits ein Preis für den Herrn Studenten um 19,50 Euro und einerseits für die Dame, also die Studentin, um 32 Euro zu lesen.

Wir haben alle lieb, außer...

Wie ein Hundesymbol durchgestrichen ist darüber allerdings ein Scherenschnitt von Adolf Hitler und das Konterfei des US-Präsidenten Donald Trump. Diese beiden Personen seien nicht willkommen. Bei Ersterem dürfte es ganz ausgeschlossen, bei Letzterem zumindest sehr unwahrscheinlich sein, dass sie vom Personal einmal „waschen, schneiden, föhnen und natürlich Beratung“ verlangen. Die Botschaft aber ist klar: Inklusion durch Exklusion. Ein schwarzer, homosexueller Trump-Wähler hätte es also doch etwas schwer, dort einen Termin für seine Bartpflege zu bekommen.

Einfach das Geschlecht tauschen

Erst vor Kurzem entbrannte in Deutschland eine Debatte über das sogenannte „genderpricing“, also die Tatsache, dass Frauen für Mode oder eben auch Friseurbesuche wesentlich mehr zahlen als Männer. In diesem Salon scheint sich das Problem ganz leicht umgehen zu lassen, indem eine junge, offensichtlich weibliche Studentin einfach an der Kasse ein anderes Geschlecht für sich reklamiert, notfalls unter Verweis auf "Transgender". Und schon zahlt sie 19,50 statt 32 Euro.

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