Der deutsche Arbeiter als Arbeitssklave der Pleitestaaten | Unzensuriert.de

Der deutsche Arbeiter als Arbeitssklave der Pleitestaaten

Wir werden durch die Geldpolitik der EZB regelrecht ausgeplündert. Foto: Kiefer / Wikimedia (CC BY-CA 2.0)
Wir werden durch die Geldpolitik der EZB regelrecht ausgeplündert.
Foto: Kiefer / Wikimedia (CC BY-CA 2.0)
7. Januar 2018 - 14:09

Die deutsche Industrie ist leistungsfähig und innovativ wie keine andere auf der Welt, deutsche Waren und Industrieprodukte sind im Ausland begehrt. Gern lässt man sich als „Exportweltmeister“ feiern. Der Haken daran: Der deutsche Steuerzahler zahlt die Exporte in Pleitestaaten wie Italien, Spanien oder Griechenland praktisch aus der eigenen Tasche.

Das Europäische System der Zentralbanken

Möglich ist dies durch "Target 2" (Trans-European Automated Real-time Gross Settlement Express Transfer System) und das Europäische System der Zentralbanken. So kann, vereinfacht dargestellt, die Deutsche Bundesbank bei einem Exportgeschäft nach Griechenland von der griechischen Notenbank angewiesen werden, den Preis für ein Exportgut selbst zu bezahlen. Die Bundesbank überweist das Geld dann an die Hausbank des Exporteurs, diese überweist ihrerseits das Geld an ihren Kunden und der griechische Importeur bekommt die Ware geliefert. Der Geldwert für die gelieferte Ware scheint dann bei der Bundesrepublik Deutschland als Target 2-Forderung und bei Griechenland als Verbindlichkeit auf. Alles ermöglicht durch das Europäische System der Zentralbanken.

Deutschland Hauptgläubiger im Euroraum

Im Oktober 2017 betrug der deutsche Target 2 Saldo ein Plus von 848,4 Milliarden Euro. Der Saldo aller anderen Gläubigerländer zusammen betrug im Vergleich lediglich 378,7 Milliarden Euro.

Dem gegenüber standen zum Beispiel negative Salden von Italien mit 412,4 Milliarden, von Spanien mit 361,9 Milliarden, Portugal mit 82,3 Milliarden oder Griechenland mit 61,5 Milliarden Euro. Alles Staaten, die praktisch pleite sind und nur durch Milliardenkäufe von Anleihen durch die Europäische Zentralbank am Leben gehalten werden. Der ehemalige Präsident des Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, charakterisiert Target als „goldene Kreditkarte ohne Limit“ für die Defizitländer.

Geld der deutschen Sparer und Steuerzahler praktisch verloren

Diese 848 Milliarden sind also im Wesentlichen Forderungen gegen Krisenländer wie eben Griechenland oder Italien, die einerseits mit dem "Hauptfinanzierungssatz" der EZB - also zu Null - verzinst und andererseits praktisch uneinbringlich sind, da die Verbindlichkeiten der Pleitestaaten durch keinerlei Sicherheiten gedeckt sind.  Der deutsche Steuerzahler bleibt auf den uneinbringlichen Forderungen also sitzen und hat damit die von ihm produzierten und gelieferten Waren faktisch aus der eigenen Tasche bezahlt. Fazit: Man hätte die gelieferten Maschinen und Autos gleich verschenken können.

AfD-Weidel spricht von Haftungswahnsinn

Bereits im März letzten Jahres wurde die AfD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag, Alice Weidel, in der Frankfurter Allgemeinen dahingehend zitiert, dass Target 2 ursprünglich lediglich als Verrechnungssystem für kurzfristige, länderübergreifende Salden gedacht gewesen sei. Es seit Beginn der Eurokrise aber dazu genutzt werde, um Handelsbilanzdefizite und Kapitalflucht aus den Euro-Südländern zu kaschieren. Die Target-Forderung der Bundesbank von mehr als 800 Milliarden Euro sei inzwischen schon so groß wie zweieinhalb Bundesjahreshaushalte.
 

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