Mitten im Ort: Ehemalige Post im Saarland wird zu Salafisten-Moschee umgebaut

Die salafistische Moschee in Sulzbach wird trotz Bürgerprotesten gebaut (Symbolfoto). Foto: Antonio Melina/Agência Brasil / Wikimedia (CC BY 3.0 BR)
Die salafistische Moschee in Sulzbach wird trotz Bürgerprotesten gebaut (Symbolfoto).
Foto: Antonio Melina/Agência Brasil / Wikimedia (CC BY 3.0 BR)
20. Dezember 2017 - 12:00

Im beschaulichen knapp 18.000 Einwohner zählenden Städtchen Sulzbach an der Saar, Region Saarbrücken, gehen momentan die Wogen hoch. Soll doch mitten im Ort ein ehemaliges Postgebäude zu einer Moschee umgebaut werden. Soweit, so gut, könnte man noch sagen, würde diese Moschee nicht von einer als erzkonservativ-salafistisch bekannten Vereinigung geleitet werden.

Dubiose Hintermänner beunruhigen Bevölkerung

Das bereits seit einigen Monaten in Umbau befindliche Gebäude soll rund 200 Moslems zur Glaubensausübung dienen, so die beiden Vorsitzenden der "Muslimischen Gemeinde Saarland" (MGS). Genau dieser Verein ist es, der als erzkonservativ und salafistisch gilt. Dies und die Tatsache, dass ein kuwaitischer Investor, dem seinerseits wiederum der Ruf anhaftet, gerne Terror-ähnliche Vereinigungen zu subventionieren, als Spender für den Moscheebau aufscheint, beunruhigen die ortsansässige Bevölkerung zutiefst.

Getrennte Zugänge für Geschlechter vorgeschrieben

Bei all dem Unmut, den der Moscheebau in der Bevölkerung erzeugt, stellen sich auch wiederum die üblichen Fragen der Integration. Als aufmerksamer Bürger wird man allerorts mit mehr oder weniger aggressiven Gender-Maßnahmen und -Zwängen konfrontiert. Dies scheint allerdings nicht für unsere neuen Mitbürger zu gelten. Ganz im Gegenteil, wird es offensichtlich wieder einmal aus Rücksicht auf deren "Kultur" durchaus goutiert, dass Frauen und Männer beim Moschee-Besuch getrennte Eingänge zu benutzen haben.

Selbst moslemische Gemeinde äußerte Bedenken

Auch aus der moslemischen Gemeinde heraus wurden erhebliche Bedenken gegen das Bauprojekt geäußert. Es herrscht offensichtlich großes Misstrauen gegenüber der MGS, die sich laut Angaben der moslemischen Gemeinde bisher stets „abgeschottet“ hatte.

Tatsächlich machen die Vorsitzenden der MGS kein Hehl aus ihrer „konservativen“ Lebensweise. Als Begründung, auch für getrennte Zugänge der Geschlechter, gibt man an, die Religion "sehr ernst" zu nehmen. Auch auf das strikte Einhalten des fünfmaligen täglichen Gebetes wird größter Wert gelegt.

Anziehungspunkt für Hassprediger befürchtet

Auf Grund der geplanten Größe der Moschee wird von Seiten skeptischer Beobachter befürchtet, dass sich diese zu einem Anziehungspunkt für Hassprediger aus der gesamten Region entwickeln könnte. Als weiteres beunruhigendes Indiz für radikale Tendenzen rund um den MGS muss wohl die Tatsache gesehen werden, dass dieser seit 2011 unter Beobachtung des bundesdeutschen Verfassungsschutzes steht. In der Begründung des Landesamtes heißt es, die Gemeinde sei "als salafistisch dominiert eingestuft“.

Islamwissenschaftler skeptisch

Der renommierte Islamwissenschaftler Zakariyya Meißner zeigt sich auf die Frage nach der Definition von „Salafismus“ skeptisch. Dies zu definieren sei sehr schwierig, es gebe sehr viele Strömungen, wer Salafist ist, wird sich selbst niemals als solchen bezeichnen, so Meißner. Von Seiten der AfD wurde die Moschee an der Saar bereits als „Todesurteil für Sulzbach“ bezeichnet.

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