Auch Wien bleibt nicht verschont: Lüpertz’ Beethoven-Denkmal als Dauerleihgabe

Der für die feierliche Enthüllung des zweiten Denkmals vorbereitete Beethovenplatz. Foto: (c) Initiative Stadtbildschutz
Der für die feierliche Enthüllung des zweiten Denkmals vorbereitete Beethovenplatz.
Foto: (c) Initiative Stadtbildschutz
2. Dezember 2017 - 14:30

Nachdem bereits Bonn 2014 und Leipzig 2016 mit der Dauerleihgabe des Malers, Grafikers und Bildhauers Markus Lüpertz beglückt wurden, dürfen sich ab 4. Dezember auch die Wiener über die 2,70 Meter hohe Ludwig van Beethoven-Bronzeskulptur freuen. Dann werden Rot-Grün um 12.00 Uhr das neue „Kunstwerk“ feierlich enthüllen. ÖVP-Bezirksvorsteher Markus Figl wurde nicht zur Enthüllung eingeladen, obwohl die Skulptur im 1. Bezirk stehen wird.

Das Machwerk besteht im Vordergrund aus einer Beethovenbüste, schlecht gelaunt, mit verzerrtem Gesicht und wallender Mähne auf einem kleinen Sockel. Dahinter sitzt eine zweite größere, unproportionierte und gequält wirkende Figur ohne Arme, aber mit einem vertrockneten Lorbeerkranz auf dem kahlen Kopf.

Skulptur ist einfach nur „schlecht“

Der „Künstler“ will seine Skulptur nicht als klassisches Denkmal oder Illustration verstanden wissen, sondern eher als abstraktes Kunstwerk. Doch die Betrachter verstehen es weder als das eine noch als das andere. Leipzigs ehemaliger Oberbürgermeister von der SPD, Hinrich Lehmann Grube, fand, wie viele, das Gebilde einfach nur „schlecht“.

„Ich will, dass man mich liebt, dass man von mir begeistert ist, und deswegen bin ich immer überrascht, dass Leute das ablehnen“, zeigt sich der selbstverliebte „Künstler“ überrascht. Doch er ist sehr geschäftstüchtig und verehrte daher sein „Kunstwerk“ auch der rot-grünen Stadtregierung in Wien.

Ein Platz mit zwei Beethoven-Denkmälern

Die fand keinen besseren Aufstellungsort für das Machwerk als den Beethovenplatz vis-à-vis des Wiener Konzerthauses - dort wo bereits ein Beethoven-Denkmal steht. Das dortige Denkmal von Caspar v. Zumbusch zeigt den großen Komponisten sowie Allegorien für Beethovens Sinfonien. Jeder Besucher ist überwältigt von der Schönheit und Anmut dieses 137 Jahre alten echten Kunstwerks.

Doch vielleicht war der direkte Vergleich Absicht des Beamten, der den Aufstellungsort der Leihgabe festlegte. Denn der Vergleich macht sicher: „Dem Dilettantismus wird gestattet, Genies auf das ihm zugängliche Mittelmaß herabzusetzen“, wie es Leipziger Bildhauer und Schriftsteller zur Aufstellung vor dem Haupteingang des Museums der bildenden Künste bewerteten. „Nach unserem Empfinden steht es der würdigen Stadt Leipzig, einer Stadt der Hochkultur, schlecht zu Gesicht, Unzumutbares sich zuzumuten.“

Nun mutet Rot-Grün der alten Kulturstadt Wien dieses Unzumutbare ebenfalls zu.

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