Time-Magazin ehrt moslemische Schülerin aus Wien als "Kopftuch-Emoji-Erfinderin"

Endlich auch in der digitalen Welt angekommen: Der Islam hat nun ein eigenes Handy-Emoji (Symbolbild). Foto: عدنان حليم / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Endlich auch in der digitalen Welt angekommen: Der Islam hat nun ein eigenes Handy-Emoji (Symbolbild).
Foto: عدنان حليم / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
13. November 2017 - 17:00

Das amerikanische Time-Magazine kürte jüngst Persönlichkeiten aus aller Welt für eine selbst erstellte Liste. In der Kategorie der 30 einflussreichsten Teenager weltweit schaffte es eine in Wien lebende saudi-arabische Schülerin der Vienna International School mit der "Erfindung" eines "Kopftuch-Emoji".

Kopftuch-Emoji bei Apple durchgeboxt

Die 16-jährige, in Wien lebende Saudi-Araberin Rayouf Alhumedhi konnte Apple davon überzeugen, dass die Cyber-Welt unbedingt mit einem Hijab-Emoji bereichert werden müsse - also einem klar islamisch aussehenden Smiley. Für das Time-Magazine sah die Begründung zur Auszeichnung der Schülerin so aus:

Es könnten sich dadurch Millionen Frauen weltweit durch ein eigenes Emoji mit Kopftuch identifizieren. Bei der Erstellung der Liste würden etwa verschiedenste Auszeichnungen und die Fähigkeit der weltweiten Breitenwirkung in sozialen Netzwerken und klassischen Medien berücksichtigt, so das Time-Magazine.

Kopftuchträgerin vermisste Islam-Emoji beim Chatten

Angeblich habe die Schülerin beim Chatten mit Freunden beklagt, dass kein entsprechendes Emoji mit Kopftuch verfügbar sei. Daraufhin wandte sie sich an das Unicode-Konsortium und Apple, um diesem „Missstand“ ein Ende zu bereiten.

Nicht zuletzt auf Grund der „weltweit eskalierenden Kopftuch-Debatte“ sprang auch der amerikanische Reddit-Mitbegründer mit deutsch-armenischen Wurzeln, Alexis Ohanian, als Unterstützer auf diesen Zug auf. Als Verlobter und Vater einer gemeinsamen Tochter von Tennis-Star Serena Williams, bekam das Thema wohl in Amerika zusätzliche mediale Aufmerksamkeit.

Wichtigkeit für "Identität von Kopftuchträgerinnen"

Als Begründung für ihre Initiative in Richtung der „Cyber-Legalisierung von weiblicher Diskriminierung“ erklärte die 16-jährige Alhumedhi, es sei wichtig für ihre Identität. Es sei auch ein Schritt vorwärts, um Diversität zu feiern und für die Akzeptanz des moslemischen Glaubens in der Gesellschaft zu werben, zitiert das Time-Magazine die Schülerin. Die junge Moslemin denkt auch, dass das Emoji die Welt indirekt beeinflussen wird, wenn Menschen, die gegen das Kopftuch oder den Islam im Allgemeinen sind, dieses nun auf ihrer Tastatur entdecken werden.

Begünstigt sind in diesem Fall wohl noch die Nutzer von Android Geräten, dort dürfte sich diese Art von „Diskriminierungs-Emoji“ noch nicht durchgesetzt haben.

Da mag sie wohl Recht behalten, obwohl die Reaktionen darauf wohl nicht immer positiv ausfallen mögen. Man kann sich in diesem Zusammenhang auch kaum des Eindruckes erwehren, dass die Schülerin in diesem Falle möglicherweise von ganz anderer Seite instrumentalisiert wurde.

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