Der türkische Machthaber glaubt, Europa sei abhängig vom Land am Bosporus.

Bild: AK Rockefeller / flickr (CC BY-SA 2.0)
Türkischer Staatspräsident tönt, Europa sei von seinem Land abhängig

Große Töne spuckte der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan am gestrigen Montag anlässlich einer Rede in Ankara. So meinte er, dass die Europäische Union auf eine Vollmitgliedschaft der Türkei angewiesen sei.

Europa ohne Türkei „einsam“

„Ein Europa ohne eine Türkei führt zu Einsamkeit, Ausweglosigkeit und inneren Konflikten“, verkündete Erdogan bei seiner Rede in der türkischen Hauptstadt vollmundig. Und folgerte, dass nicht die Türkei von Europa, sondern in Wahrheit Europa von der Türkei abhängig sei.

Das „Rezept“ gegen „immer chronischer werdende Probleme“ in der EU sei eine Vollmitgliedschaft der Türkei.  Man könne der Türkei jedoch nicht drohen. „Diejenigen die glauben, dass sie uns mit Sanktionen in die Knie zwingen können, werden sehr bald einsehen, dass sie einen großen Irrtum begangen haben“, zitiert die apa den Politiker.

EU wichtigster Handelspartner

Die Realität sieht allerdings anders aus. Mit einem jährlichen Handelsvolumen von 145 Milliarden Euro ist die Europäische Union der wichtigste Handelspartner der Türkei. Zudem profitiert das Land enorm von einer seit 1996 bestehenden Zollunion sowie von EU-Vorbeitrittshilfen, die allein für die Jahre 2014 bis 2020 mit einer Höhe von 4,45 Milliarden Euro budgetiert waren.

Anlässlich des EU-Gipfels der Staats- und Regierungschefs in Brüssel Ende letzter Woche hat man sich laut der deutschen Kanzlerin Angela Merkel jedoch darauf geeinigt, diese Zahlungen „in verantwortlicher Weise“ zu kürzen und die EU-Kommission damit beauftragt, diese Maßnahme umzusetzen.

 

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