Frankreich: Macron will umstrittene Vermögenssteuern abschaffen

Macron pfeift auf Arbeitslose und möchte lieber Vermögende steuerlich entlasten. Foto: Gouvernement français / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-FR)
Macron pfeift auf Arbeitslose und möchte lieber Vermögende steuerlich entlasten.
Foto: Gouvernement français / wikimedia.org (CC-BY-SA-3.0-FR)
20. Oktober 2017 - 8:02

Neue Aufregung um Emmanuel Macrons wirtschaftspolitischen Kurs bei vielen seiner Wähler. Obwohl sich der sozialliberale Macron bei seiner Wahlbewegung vor allem auch auf sozialistische Anhänger gestützt hatte, möchte er jetzt ausgerechnet die Vermögenssteuern in Frankreich abschaffen.

3,2 Milliarden für obere Einkommensschichten

Eine Entlastung von mindestens 3,2 Milliarden Euro soll den oberen Einkommens- und Vermögensschichten ins Haus stehen.

Die unter dem sozialistischen Staatspräsidenten François Mitterrand 1989 eingeführten Vermögenssteuern für Eigentumswerte ab 1,3 Millionen Euro, sollen wesentlich reduziert werden. Auf Immobilienwerte soll die Steuerbelastung bleiben, während Aktien, Lebensversicherungen usw. davon befreit werden sollen.

Investoren sollen nach Frankreich gebracht werden

Durch diese Reform der Steuergesetze sollen Investoren, die Frankreich als Finanzplatz bisher wegen der hohen Steuern gemieden haben, wieder zurückgeholt werden. In den vergangenen Jahren waren vor allem Prominente vor den Steuern regelrecht geflüchtet. Prominentester Auswanderer ist der bekannte Schauspieler Gérard Depardieu, der 2013 Frankreich verlassen und sogar die russische Staatsbürgerschaft angenommen hat.

Die neuen Gesetze sollen jetzt der Beginn einer Rückholaktion für Steuerflüchtlinge sein. Während Macron die Vermögenden ein echtes politisches Anliegen zu sein scheinen, hat er mit Arbeitslosen weit weniger Mitleid - diese wurden erst kürzlich von ihm verhöhnt.

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