Polen zeigt sich von Tradition und Macht des 1944 im Rahmen des Bretton Woods-Abkommens gegründeten IWF unbeeindruckt.

Bild: Onefineham / Wikimedia (CC-BY-SA-3.0)
EU-Mitglied Polen verzichtet auf Kreditlinie des Internationalen Währungsfonds

Aus den Fängen der internationalen Finanzwirtschaft will sich offensichtlich das EU-Mitglied Polen befreien. Der polnische Finanzminister Mateusz Morawiecki ließ dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ausrichten, dass sein Land auf eine vorsorgliche flexible Kreditlinie (FCL) des IWF im Gesamtwert von 9,2 Milliarden Euro verzichtet. Der Konservative Morawiecki begründet das damit, dass die polnische Wirtschaft in Sachen Wachstum floriere und man deshalb keine Stabilisierungshilfe benötige.

Morawieckis Finanzministerium konnte von Jänner bis August 2017 einen Budgetüberschuss von 1,36 Milliarden Euro ausweisen. Grund dafür sind die auf Grund des vierprozentigen Wirtschaftswachstums stark gestiegenen Mehrwertsteuereinnahmen.

IWF-Reaktion: Kreditlinie würde externe Schocks abfedern

Etwas verschnupft klingt die Reaktion des IWF, der darauf verweist, dass die für Polen bereitgehaltene Kreditlinie dazu dienen würde, externe makroökonomische Schocks auf Grund internationaler politischer und wirtschaftlicher Entwicklungen abzufedern. Dass auf ein solches wirtschafts- und finanzpolitisches Netz jetzt aus Warschau verzichtet wird, schmälert unter dem Strich auch den internationalen Einfluss auf die polnische Politik. Und dies ist den ökonomischen Internationalisten unter IWF-Chefin Christine Lagarde natürlich nicht recht.

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