René Benko – Ein allzu gutes Netzwerk

Das Netzwerk des René Benko. Er selbst wurde bereits verurteilt. Auch einige seiner (ehemaligen) Partner waren oder sind mit gerichtlichen Ermittlungen konfrontiert. Foto: Unzensuriert
Das Netzwerk des René Benko. Er selbst wurde bereits verurteilt. Auch einige seiner (ehemaligen) Partner waren oder sind mit gerichtlichen Ermittlungen konfrontiert.
Foto: Unzensuriert
9. Oktober 2017 - 20:14

„René Benko, ein allzu gutes Netzwerk“ schrieb die Frankfurter Rundschau schon 2014. Der in Rekordzeit zu einem Immobilienimperium gekommene angebliche Milliardär aus Österreich, der offenbar nach der Kaufhauskette Karstadt auch noch Galeria Kaufhof übernehmen will, hinterlässt aber, umso stärker man nachforscht, immer mehr Fragen als Antworten.

Rechtskräftig verurteilt

Speziell sein Finanzier-Netzwerk ist zu großen Teilen äußerst hinterfragenswert. Der Tycoon wurde selbst 2014 wegen versuchter verbotener Intervention rechtskräftig zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt. Er wurde verurteilt, weil über einen Mittelsmann versucht werden sollte, mittels des ehemaligen kroatischen Ministerpräsidenten Ivo Sanader Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi zu beeinflussen. Die angesehene österreichische Tageszeitung Die Presse schrieb damals „Korruption: René Benko ist ein verurteilter Mann“. Den Aufstieg des Mannes aus Tirol hat dies seltsamerweise kaum gestört.

Investoren im Fokus von Ermittlungen

Ein kleiner Ausschnitt der bisherigen Investoren in Benkos Unternehmensgruppe SIGNA (siehe auch Grafik oben):

  • George Economou: ehemaliger Signa-Finanzier. Mit Vorwürfen rund um Insiderhandel und Steuerflucht skandalumwitterter griechischer Reeder. Es laufen Ermittlungen wegen Wertpapierbetrug.

  • Beny Steinmetz: ehemaliger SIGNA-Finanzier. Israelischer Milliardär, hat Benko die Übernahme der Warenhauskette Karstadt finanziert. Im August 2017 in Israel gemeinsam mit dem Dirty-Campaigning-Guru Tal Silberstein wegen des Verdachtes der Geldwäsche und Bestechung festgenommen.

  • Falcon Bank: Signa Finanzier – Wurde wegen Geldwäsche in Singapur die Markterlaubnis entzogen.

Jetzt ist Politfinanzierer Haselsteiner an Bord

Aktuell breit eingestiegen in die SIGNA Gruppe ist auch Hans Peter Haselsteiner, umstrittener Milliardär und Politfinanzier, dessen Bauunternehmen STRABAG auch in Deutschland höchst aktiv ist. Gegen Haselsteiner gab es mehrmals Vorwürfe, darunter auch wegen Korruption. Die Ermittlungen wurden aber nach einer sehr umstrittenen Gerichtsweisung eingestellt.

Die SIGNA-Verbindungen zur angeschlagenen SPÖ

Der Milliardär ist in letzter Zeit primär wegen seines politischen Engagements gegen die Freiheitliche Partei Österreichs im medialen Fokus. Dabei unterstützt wird er auch von der durch ihre Geschäfte ebenfalls in die Kritik geratenen Ehefrau des aktuellen Bundeskanzlers Kern (SPÖ), Eveline Steinberger-Kern. Im Wahlkampf der nach der sogenannten Silberstein-Affäre schwer angeschlagenen SPÖ mischte - teils mit, teils ohne Wissen des Kanzlers - auch der Pressechef von Benkos SIGNA-Gruppe mit. Er tat dies, wie er betont, nur als Privatmann und außerhalb seines beruflichen Engagements. Wohl deshalb dürfte er bei SIGNA trotz der bisweilen peinlichen Enthüllungen (Stichwort "Prinzessin") keine Konsequenzen zu befürchten haben.

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
Loading...
in