Umfragewerte für Frankreichs Präsident Macron nach hundert Tagen im Keller

Emmanuel Macron (im Bild mit Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni) büßt bei seinen Landsleuten Vertrauen ein. Foto: By Italian G7 Presidency 2017 /Wikimedia CC BY 3.0 it
Emmanuel Macron (im Bild mit Italiens Ministerpräsident Paolo Gentiloni) büßt bei seinen Landsleuten Vertrauen ein.
Foto: By Italian G7 Presidency 2017 /Wikimedia CC BY 3.0 it
12. August 2017 - 18:26

"Umfrage-Schock: Macron so unbeliebt wie nie" oder "Frankreich nicht mehr von Macron verzaubert": Solche Titel rauschen durch den europäischen Blätterwald, seit die Zeitung Journal du Dimanche ein Umfrageergebnis von Ifop veröffentlichte. Demnach stieg der Anteil der Unzufriedenen in nur einem Monat von 35 auf 43 Prozent.

Selbst Hollande hatte bessere Werte

Die Überraschung ist groß, denn selbst der bisher unbeliebteste Präsident Frankreichs, der Sozialist Francois Hollande, hatte zu diesem Zeitpunkt seiner Amtszeit noch mehr Sympathiepunkte. Nach seiner Wahl 2012 waren nach hundert Tagen noch 46 Prozent zufrieden mit Hollande.

Ernüchterung setzt ein

So schnell kann es also gehen mit Ankündigungsweltmeistern, die es verstehen, das Volk zu blenden. Als Emmanuel Macron im Mai Präsident wurde, schienen ihn die Franzosen zu lieben. Nur einen Monat später holte er im Parlament die absolute Mehrheit - jetzt scheint die Ernüchterung einzusetzen. Seine Werte sind drastisch zurückgegangen.

Gute PR-Arbeit, sonst nichts

Tatsächlich hat kein Präsident vor ihm nach drei Monaten im Amt so viel an Popularität verloren – mit Ausnahme von Jacques Chirac im Jahr 1995. Interessant in der Umfrage: Viele Befragte werfen ihrem Präsidenten vor, seine Präsidentschaft beruhe hauptsächlich auf einer guten Öffentlichkeitsarbeit.

Autoritärer Stil und Sparen bei den Kleinen

Mögliche Gründe für den Liebesentzug sehen die Medien einerseits im Führungsstil Macrons, der vielen zu autoritär ist. Die angekündigte Anhebung des Sozialversicherungsbeitrages, unter der vor allem die Rentner leiden, trägt auch nicht gerade zu seiner Popularität bei, genauso wenig wie die Senkung der Wohngelder für Geringverdiener.

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