Fake-Wissenschaft? VWL-Studien verschweigen seit Jahrzehnten wahre Theorie der Geldschöpfung

Banken schöpfen über die Kreditvergabe tatsächlich Geld aus dem Nichts. Das will die Wissenschaft seit Jahrzehnten tunlichst verschweigen. Foto: martaposemuckel / pixabay.com
Banken schöpfen über die Kreditvergabe tatsächlich Geld aus dem Nichts. Das will die Wissenschaft seit Jahrzehnten tunlichst verschweigen.
Foto: martaposemuckel / pixabay.com
13. August 2017 - 9:19

Mehr zum Thema

Spätestens seit der nicht vorhergesehenen Finanzkrise 2008 hat die Glaubwürdigkeit der etablierten Volkswirtschaftslehre stark gelitten. Es besteht kein Zweifel: Die VWL steckt in einer tiefen Krise. Einige Kritiker meinen nun sogar, dass manche Lehrsätze in der Wirtschaftswissenschaft schlicht und einfach falsch sind, und können das auch durch empirische Evidenz untermauern. Diese neuen Erkenntnisse werden allerdings in der von der Wirklichkeit abgehobenen, etablierten VWL-Welt nicht wahrgenommen, und es werden munter weiter die alten, falschen Lehren an den Universitäten gelehrt.

Gastbeitrag der Kreditopferhilfe

Nun haben sich aktuell drei Volkswirtschaftsprofessoren der Wirtschaftsuniversität Wien in einem Artikel in der Tageszeitung Standard bemüßigt gefühlt, der vermehrten Kritik an der VWL entgegenzutreten. Sie meinten darin sinngemäß, dass doch alles in bester Ordnung in der VWL sei und ohnehin jede Theorie in der wissenschaftlichen Gemeinschaft diskutiert und begutachtet werde, wenn sie anhand wissenschaftlicher Standards beurteilbar sei.

Dass dem leider eben nicht so ist, hat nun der Kreditopferverein in einem offenen Brief anhand eines ganz konkreten Beispiels aus dem Bereich der Geldtheorie dargelegt.

Banken schöpfen Geld aus dem Nichts!

Zusammengefasst geht es darun, dass der renommierte Wissenschafter Univ.Prof. Dr. Richard Werner vom Centre for Banking, Finance and Sustainable Development (University of Southampton, UK), in einer 2014 veröffentlichten Studie zum ersten Mal in der Geschichte der Wirtschaftswissenschaft empirisch nachgewiesen hat, dass die beiden etablierten Geldschöpfungstheorien – die Finanzintermediär- und die Teilreservetheorie - nicht stimmen können. Es kann demnach nur die Kreditschöpfungstheorie richtig sein. Damit wurde der etablierten Geldtheorie das Fundament entzogen.

Es steht nun der in die Lehre aufgenommenen, etablierten und nun falsifizierten Meinung der empirische Gegenbeweis gegenüber. Es wurde an den Universitäten weltweit also mindestens 50 Jahre eine falsche Meinung gelehrt, welche auch ungeachtet der neuen empirischen Erkenntnisse weitergelehrt wird, und diese neuen Feststellungen finden auch nicht Eingang in den wissenschaftlichen Diskurs sondern werden ganz einfach totgeschwiegen – eigentlich ein Skandal ersten Ranges.

Wissenschaft verschweigt Wahrheit im Dienste der Mächtigen

Es handelt sich bei diesem offenen Brief um eine Nagelprobe, ob die Behauptungen der drei Wirtschaftsuniversitätsprofessoren ernstgenommen werden können, oder ob nur das einschlägige Publikum im falschen Gefühl einer scheinbar heilen wissenschaftlichen Welt gewiegt werden sollte. Bisher gab es noch keine Stellungnahme der drei Professoren und man kann schon gespannt sein, ob sie überhaupt antworten werden oder ob das Totschweigen unangenehmer Fakten weitergehen wird.

Warum die Geldschöpfungsfrage – also konkreter die Frage, ob private Geschäftsbanken „Buchgeld aus dem Nichts“ erschaffen können – kein unwesentliches Detail in der Volkswirtschaftslehre, sondern von fundamentaler wissenschaftlicher und vor allem auch gesellschaftlicher und politischer Bedeutung ist, wird in einem weiteren offenen Brief des Kreditopfervereins genauer dargelegt, in dem auch einige internationale, prominentere Kritiker der etablierten Volkswirtschaftslehre zu Wort kommen.

Wie reagieren Wissenschaftler auf Anschuldigungen?

Manche kritische Geister meinen schon lange, dass falsche, aber für die Finanzmächtigen nützliche Dogmen über die Propagierung der etablierten akademischen Welt einen wissenschaftlichen Anschein bekommen sollen, um damit ihre Sonderinteressen zu legitimieren, wobei die dabei auftretende Schädigung des Allgemeininteresses als Kollateralschaden lässig in Kauf genommen wird.

Man wird sehen, wie weit fortgeschritten die einseitige Vereinnahmung innerhalb der Wirtschaftswissenschaften schon gediehen ist und ob die Wissenschaften inzwischen, wie scharfzüngige Kritiker meinen, ähnlich wie die Mainstreammedien zu Prostituierten der Finanzmächtigen geworden sind - oder ob doch noch die echte Wahrheitsliebe die Oberhand behält.

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.