Doppelt so groß wie Kathedrale: Großmoschee in Helsinki für 1.200 Gläubige geplant | Unzensuriert.de

Doppelt so groß wie Kathedrale: Großmoschee in Helsinki für 1.200 Gläubige geplant

Mit Geld aus den Golfstaaten wollen sich Moslems gegen den Willen der Politik (und wohl auch der Bevölkerung)  in Helsinki ausbreiten. Foto: Antonio Melina/Agência Brasil / Wikimedia (CC BY 3.0 BR)
Mit Geld aus den Golfstaaten wollen sich Moslems gegen den Willen der Politik (und wohl auch der Bevölkerung) in Helsinki ausbreiten.
Foto: Antonio Melina/Agência Brasil / Wikimedia (CC BY 3.0 BR)
6. Juli 2017 - 17:34

Finnland ist nicht gerade als islamisches Land bekannt. In dem 5,5 Millionen Einwohner zählenden Staat leben rund 65.000 Moslems, das sind 1,2 Prozent der Bevölkerung. Die größte Gruppe machten 2012 die Somalier aus, gefolgt von Arabern und Albanern. Finnland war auch Ziel der moslemischen Masseneinwanderung nach Europa ab 2015. Von 2015 bis Mitte 2017 kamen circa 35.000 Asylanten aus islamischen Ländern wie Irak, Afghanistan, Somalia und Afghanistan nach Finnland. In ungefähr 9.000 Fällen wurde der Antrag positiv entschieden.

Winzige Moslem-Minderheit will maximale Ausbreitung

Trotz ihrer nach wie vor kleinen Zahl planen finnische Moslems, in der Hauptstadt Helsinki eine Großmoschee zu errichten. Das Gebäude soll 1.200 Gläubige fassen und vier Minarette haben. Die Moschee wäre damit doppelt so groß wie die lutherische Kathedrale im Zentrum Helsinkis, das Wahrzeichen der Stadt.

Nicht nur eine Großmoschee, sondern ein ganzer islamischer Komplex mit dem Namen „Oase“ ist geplant, der neben der Moschee auch ein Jugend- und Sportzentrum und eine multikulturelle Begegnungsstätte umfassen soll. Das Areal, welches dafür vorgesehen ist, befindet sich einem alten Industriegebiet in einem Außenbezirk von Helsinki und soll 10.000 bis 20.000 Quadratmeter groß sein.

Bereits 80 islamische Gebetsräume in Finnland

In Finnland existieren bereits ungefähr 80 Gebetsräume. Davon sind 30 im Großraum Helsinki angesiedelt. Für den Imam und Vorsitzenden der Finnisch-Islamischen Gesellschaft, Anas Hajjar, reichten diese schon 2015 bei weitem nicht aus. Die Räume seien zu klein, um alle Betenden aufzunehmen, beklagte er in einem Interview 2015. Die Betenden müssten auf die Gänge oder auf die Straße ausweichen.

Aber auch die geplante Großmoschee reichte dem Imam damals nicht. Zu islamischen Festen würden bis zu 10.000 Gläubige erscheinen, die Moschee könne aber nur 1.500 Menschen aufnehmen. Daher forderte der Imam gleich drei bis fünf Moscheen für Helsinki. Zusätzlich sollen auch in den Vororten Espoo und Vantaa jeweils eine Moschee entstehen.

Finanzierung aus den Golfstaaten

Die Großmoschee soll 2024 fertig sein und rund 150 Millionen Dollar (132 Millionen Euro) kosten. Das Geld für den Bau will man aus den Golfstaaten, vor allem aus Bahrain, lukrieren. Der König von Bahrain interessiert sich persönlich für das Projekt und traf auch mit der Projektleiterin, der finnischen Konvertitin Pia Jardi, zusammen. Diese rechtfertigt die finanzielle Unterstützung aus Bahrain mit der Armut der finnischen Moslems und dem Mangel an staatlicher Förderung des Projekts.

Die finnische Innenministerin Tarja Mankkinen sieht wegen der Unterstützung aus Bahrain ein mögliches Sicherheitsrisiko in dem Moscheeprojekt. Bahrain wird mehrheitlich von Schiiten bewohnt, das Herrscherhaus ist jedoch sunnitisch. Das Rechtssystem basiert auf der Scharia. 2011 wurden mit Hilfe aus Saudi-Arabien Proteste der Schiiten für mehr Demokratie gewaltsam unterdrückt.

Bürgermeister von Helsinki lehnt die Moschee ab

Die Moschee war auch ein Thema bei der Wahl des Bürgermeisters von Helsinki im April 2017. Der Kandidat der Nationalen Sammlungspartei, Jan Vapaavuori, sprach sich im Wahlkampf deutlich gegen die Moschee aus. Seine Partei wurde mit 28 Prozent stärkste Kraft, wodurch Vapaavuori neuer Bürgermeister von Helsinki wurde. Der Bürgermeister alleine kann die Moschee jedoch nicht verhindern, dazu ist eine Mehrheit m Rat der Stadt notwendig.

Das Moscheeprojekt befindet sich noch in der Anfangsphase. Bisher hat Bahrain erst 140.000 Dollar versprochen, welche für die Ausschreibung eines Architekturwettbewerbs sowie den Ankauf von Literatur verwendet werden sollen.

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