Boomende Branche: Betonsperren gegen Terrorattacken

Betonbarrieren gegen Terroranschläge an öffentlichen Orten: Die Branche boomt in Deutschland. Foto: Andreas Trojak / flickr (CC BY 2.0)
Betonbarrieren gegen Terroranschläge an öffentlichen Orten: Die Branche boomt in Deutschland.
Foto: Andreas Trojak / flickr (CC BY 2.0)
4. Juli 2017 - 9:00

Die nordrhein-westfälische Firma Becker bietet neuerdings "sehr zeitgemäß" und Wachstumsbranchen orientiert Betonbarrieren- und sperren für Veranstaltungen zum Mieten oder Kaufen an. Angesichts der jüngsten Terroranschläge in Europa ist die Nachfrage allem Anschein nach groß. 

Abbruchunternehmen entdeckt neue Klientel

Laut Eigendefinition ist die Firma Becker ein Abbruchunternehmen und bietet bis dato auch diverse Bodenbaustoffe an. Innovativ versucht man nun scheinbar im höchst lukrativen Sektor der „Flüchtlingswirtschaft“ und deren unangenehmen Begleiterscheinungen ein Stück vom Kuchen zu erhaschen. Die akute Terrorbedrohung vor Augen hat man nun „Schutzmaßnahmen“ gegen Selbige ins Portfolio aufgenommen.

Maßangefertigte modulare Systeme für erhöhten Sicherheitsbedarf

Mit diesem Slogan bietet das Unternehmen Betonbarrieren und Betonsperren für Events und Veranstaltungen an. Als "High–End-Produkt" wird Städten und Gemeinden individuelle Maßanfertigung dieser Barrieren angeboten. Im Volksmund scherzhaft „Merkel-Lego“ genannt, scheint nun auch dieser Industriezweig im „Umfeld der Zuwanderungswelle“ in Deutschland zu boomen.

Erhöhter Sicherheitsbedarf versus subjektivem Unsicherheitsgefühl

Von Seiten der Politik, vor allem des Bundesinnenministeriums, ist in den vergangenen Monaten immer wieder von einer durch Teile der Bevölkerung „subjektiv empfundenen Bedrohungslage“ die Rede. Der Markt für ganz reale Sicherheitssysteme für den öffentlichen Raum ist jedoch scheinbar im Wachsen begriffen, die Nachfrage dürfte also durchaus vorhanden sein.

Betonbarrieren halten laut Test „LKW Angriff“ nicht Stand

Wie Tests der deutschen Prüfanstalt Dekra im Auftrag eines Verbrauchermagazins im April dieses Jahres ergeben haben, sind die in Deutschland gebräuchlichen Betonsperren zum Schutz von öffentlichen Veranstaltungen unzureichend. Diese halten Anschlägen durch Lastwägen keinesfalls stand.

Bleibt zu hoffen, dass die Ergebnisse dieser Tests von diversen Anbietern der nun boomenden Branche berücksichtigt und deren Produkte dementsprechend adaptiert wurden.

Diejenigen Mitbürger, für die das Feiern an öffentlichen Orten noch eine Option darstellt, dürfen sich in Zukunft dank Betonbarrieren in jedem Falle „subjektiv sicher fühlen“.

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