Skandal um Sieferle – Die Presse ruft zur Jagd auf einen Toten

Der Histroiker Rolf Peter Sieferle verstarb im September 2016. Sein literarisches Vermächtnis stört die sonst herrschende politische Harmonie unter Mainstream-Buchkritikern. Foto: Regina Sieferle, Hans-Jürgen van de Laar / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
Der Histroiker Rolf Peter Sieferle verstarb im September 2016. Sein literarisches Vermächtnis stört die sonst herrschende politische Harmonie unter Mainstream-Buchkritikern.
Foto: Regina Sieferle, Hans-Jürgen van de Laar / Wikimedia (CC BY-SA 4.0)
13. Juni 2017 - 18:45

Wer hätte das in Deutschland für möglich gehalten: Auf Platz neun der Juni-Liste mit prominenten Sachbuch-Empfehlungen von Norddeutschem Rundfunk (NDR) und Süddeutscher Zeitung steht das Buch „Finis Germania“ des 2016 verstorbenen Historikers Rolf Peter Sieferle. Das Pikante: Nominiert wurde der Titel des Verlags Antaios (Schnellroda/Sachsen-Anhalt) von einer Jury, der Journalisten des Mainstreams angehören, von FAZ über Süddeutsche und NDR bis hin zum Spiegel. Von dort kam auch der Juror, der für das inkriminierte Werk stimmte: Johannes Saltzwedel. Er ist mittlerweile aus dem Gremium zurückgetreten, sein Arbeitgeber hat sich distanziert.

Buch spaltet Mainstream-Jury

Die Reaktionen folgten aber bereits, als noch unklar wer, wer der „Übeltäter“ ist. Jens Bisky (SZ) trat aus der Jury aus, weil er es nicht aushielt, daß ein oppositionelles Buch als Platz 9 von 10 aufgelistet wurde. Ein Kollege von Bisky sekundierte dem Aufgebrachten in einem Beitrag. „Rechtsextremismus-Experten“ wie Andreas Speit und Konsorten tobten ohnehin. Die Folgen waren zu erwarten gewesen: Es setzte zunächst ein internes Hexentreiben ein. Wer waren die Juroren, die für Sieferles Schrift votierten? Wer könnte es gewesen sein? Und als man es (vorerst) nicht herausfinden konnte, beendete man schnell die Kooperation untereinander. Barbara Mirow, Leiterin von NDR Kultur, äußerte sich wie folgt:

Die Empfehlungen der Jury „Sachbücher des Monats“ waren für unsere Hörerinnen und Hörer stets von hohem Interesse und Wert. Umso mehr bedauern wir die gravierende Fehlentscheidung der Jury.

Der „alte, kranke Mann“ ist bereits verstorben

Man beachte das Wort „Fehlentscheidung“. Ohne auf die Inhalte des Buches von Rolf Peter Sieferle einzugehen, wird hier geurteilt, weil das der antifaschistische Furor so einfordert. Aber es geht noch härter. Sieferle wird in sein Grab hinterhergespuckt. Jan Grossarth ätzte in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (FAS) vom 11. Juni über das Denken dieses „alten, kranken Mannes“, der „ressentimenterfüllt“ und „antifreiheitlich“ geschrieben habe. Man höre und staune: Hetze gegen einen verstorbenen mutigen Denker im Mantel der „Freiheitlichkeit“? Denn Sieferle litt ja gerade daran, dass die Meinungsfreiheit in Deutschland durch rot-grünen Meinungsterror eingeschränkt wurde. Wie ein Beweis für diese These lesen sich die hasserfüllten Kommentare der Mainstream-Journalisten.

Michael Klonovsky, ehemaliger Focus-Redakteur für Debatten, kommentierte gewohnt scharfzüngig dieses Sammelsurium antidemokratischer Verhaltensweisen aus dem Establishment. In seinem Online-Tagebuch schreibt er:

Der NDR teilt mit, dass man sich von dem in diesem Monat auf Platz neun der "Sachbücher des Monats" gelisteten Werk "entschieden distanziert". Der Sender werde die Liste nicht länger veröffentlichen und mit der Jury nicht mehr zusammenarbeiten. Wahrscheinlich aber nur, bis der Schuldige gefunden und in Schanden aus der Volksgemeinschaft, wenigstens aber aus dem Preiskomitee gejagt worden ist.

Wenn Sie ein Exemplar von "Finis Germania" erwerben wollen – und sei es auch nur, um es auf dem Berliner Opernplatz den Flammen zu übergeben – dann klicken Sie hier.

Ralf Peter Sieferle, Finis Germania, 104 Seiten. Erschienen im Verlag Antaios, Reihe Kaplaken, Band 50. Zu bestellen direkt beim Verlag Antaios oder - für Leser in Österreich - in der Buchhandlung Stöhr.

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