Köln: "Ramadan-Friedensdemo" gegen Terror sorgt für Kopfschütteln

Auf dem "Ramadan-Friedensmarsch" in Köln wird bewusst auf eine inhaltliche Islam-Kritik verzichtet. Foto: Screenshot / http://www.ramadan-friedensmarsch.de/
Auf dem "Ramadan-Friedensmarsch" in Köln wird bewusst auf eine inhaltliche Islam-Kritik verzichtet.
Foto: Screenshot / http://www.ramadan-friedensmarsch.de/
13. Juni 2017 - 10:56

Eine sogenannte "Ramadan-Friedensdemo" am 17. Juni in Köln, unter dem Titel "#NichtMitUns - Muslime und Freunde gegen Gewalt und Terror" sorgt derzeit für Kopfschütteln in der Internetgemeinde. Denn die Intention der Muslime ist es, den Islam als Problem und Wurzel des Übels auszublenden beziehungsweise sogar als Opfer darzustellen. 

Terroristen berufen sich "ungefragt auf Islam"

So steht im Begleittext der am Heumarkt in Köln stattfindenden Demonstration: 

Die Anschläge von Menschen, die sich zur Rechtfertigung ungefragt auf den Islam berufen, häufen sich. Sie erschrecken uns alle - Muslime wie Nicht-Muslime. 

Gleichzeitig wird rasch von der Thematik des islamischen Terrorismus abgelenkt und Werbung für den Ramadan gemacht. Der "heilige Monat im Islam" sei eine Zeit des "Friedens und der Solidarität". 

Perverser Weise nutzen die Terroristen ausgerechnet diese Zeit immer wieder für besonders viele ihrer abscheulichen Taten. Deshalb bietet sich der Monat ganz besonders an, um auf die Straße zu gehen und ihnen aus voller Kehle entgegen zu rufen: „Nicht mit uns!“ „Ihr gehört nicht dazu!“ „Ihr seid nicht wir, und wir sind nicht ihr!“

Demo dann doch auch gegen allgemeinen "Extremismus" und "Rechte"

Der Terrorismus, so die Organisatoren auf ihrer Homepage, dürfe nicht im Namen des Islam missbraucht werden, aber auch nicht im Namen "anderer Religionen oder Ideologien". So wird dann eben doch generell gegen "Extremismus, Terrorismus, Krieg und Diktatur" demonstriert und auf eine explizite Islamismus-Kritik verzichtet. Man demonstriere schließlich nicht, weil man sich als Moslem von der Gewalt distanzieren müsse. 

So soll auf der Demo auch nicht auf den Terror des "Rechtsextremismus" vergessen werden, etwa in Form des NSU oder der Gruppe Freital. Kritiker werfen den Organisatoren hingegen vor, durch solche Aktionen bewusst eine Reformdebatte im Islam zu verhindern und so den Islam zu popularisieren und Widerstand gegen ihn zu delegitimieren. 

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