Wutbrief: Ehefrau von AfD-Landeschef macht SPD-Landtagspräsidenten persönlich für linke Gewalt verantwortlich

Claudia Junge mit ihrem Ehemann Uwe Junge, der als AfD-Spitzenpolitiker regelmäßig Ziel linksextremer Gewalt ist. Foto: Claudia Junge / Facebook
Claudia Junge mit ihrem Ehemann Uwe Junge, der als AfD-Spitzenpolitiker regelmäßig Ziel linksextremer Gewalt ist.
Foto: Claudia Junge / Facebook
2. Juni 2017 - 10:56

Der ständigen Diffamierungen überdrüssig hat Claudia Junge, Ehefrau des AfD-Vorsitzenden in Rheinland-Pfalz, dieser Tage mittels offenem  Brief ihrem Ärger Luft gemacht. Gerichtet war er an den SPD-Landtagspräsidenten Hendrik Hering.

AfD „richtig gefährlich“

Auslöser für den Wutbrief war eine Aussage Herings in der Samstagausgabe der Allgemeinen Zeitung, wo er die AfD als „richtig gefährlich“ bezeichnete. Mit solchen und anderen unsachlichen Aussagen und hetzerischen Äußerungen bereiteten Politiker wie Hering den Boden für die mittlerweile schon täglichen Attacken und Übergriffe auf Funktionäre und Einrichtungen des ungeliebten politischen Mitbewerbers auf.

Establishment billigt Gewalt gegen AfD

Und so kam es, dass Frau Junge Herrn Hering mitteilte, dass sie es satt habe, sich von ihm und seinesgleichen beschimpfen zu lassen. Sie schreibt:

Bürger, die Veranstaltungen der AfD besuchen wollen, werden abgedrängt und verprügelt, AfD Politiker werden zusammengeschlagen, ihre Autos und Häuser mit Farbe besprüht, Fenster eingeschlagen, ja sogar an Häusern Feuer gelegt. Die Privatadressen von AfD-Mitgliedern werden veröffentlicht und ihre Kinder werden in der Schule isoliert, eingeschüchtert und genötigt. Wirte, die der AfD Räume für Veranstaltungen zur Verfügung stellen, werden bedroht und ihre Immobilien beschädigt. Nicht die AfD ist gefährlich, sondern Menschen wie Sie, Herr Hering. Menschen, die ein solches Verhalten billigen oder unterstützen. Dazu zählen auch hohe Kirchenvertreter und Funktionäre der SPD, Grünen, Linken sowie der Gewerkschaften.

Biedermänner als Brandstifter

AfD-Mitglieder und Wähler würden keine Autos anzünden, keine Kiefer brechen und kein Eigentum beschädigen, schreibt die Frau weiter. „Wir sagen, was uns stört und was wir besser machen wollen. Von uns geht aber niemals Gewalt aus.“

Der Brandanschlag auf mein Auto und unser Haus sowie der Überfall auf meinen Mann veranlasste Sie und Ihre Genossen nur zu einem müden Telefonanruf. Eine öffentliche Stellungnahme oder gar ein Thema im Parlament – Fehlanzeige. Der obligatorische Blumenstrauß ins Krankenhaus verbunden mit Genesungswünschen an meinen Mann – Fehlanzeige.
Stattdessen feuern Sie mit Ihren Aussagen
Ihr Parteigenosse Herr Schweitzer steht Ihnen da in nichts nach die Aktivitäten der Linksextremisten an. Sie gießen Öl ins Feuer, statt Alarm zu schlagen, weil Sie nicht sehen wollen, dass es in unserem Land bereits an allen Ecken brennt. Wie lange wollen Sie das noch tun? Was muss noch passieren, ehe Sie und das Parlament sich von diesen politisch motivierten Straftaten distanzieren? Wann haben Sie vor, Ihrer Bestürzung öffentlich Ausdruck zu verleihen? Muss es erst Tote oder Schwerstverletzte geben? Wenn dies eintrifft, dann haben auch Sie sich mitschuldig gemacht. Das kann dann auch Ihre Ministerpräsidentin Dreyer nicht mehr weglächeln.

Frau Junge will wegen Hetze nicht in Angst leben müssen

Zum Ende ihres Briefes macht Claudia Junge nochmals den SPD-Politiker persönlich mitverantwortlich für die ständige Bedrohung, in der sie und ihre Familie nun leben müssen.

Wissen Sie, wie das ist, wenn man sich in seinem Haus nicht mehr sicher fühlt? Wenn man sich mit Freunden und Familie nicht mehr öffentlich treffen kann, weil man sie nicht der Gefahr aussetzen will, mit AfD-Mitgliedern gesehen zu werden? Was tun wir AfD-ler, dass wir Ihren Anfeindungen ausgesetzt werden? Wir haben nur eine andere politische Überzeugung! Und das in Deutschland, nicht in einer Diktatur!
Es mag sich nicht ziemen, wenn sich die Frau eines AfD-Politikers so direkt äußert. Aber ich bin betroffen. Ich bade all das Tag für Tag aus. Sie tragen dazu bei, dass uns unser Leben weggenommen wird. Ich will Ihr ächtendes Verhalten nicht länger schweigend hinnehmen. Sollten wir uns einmal begegnen, reichen Sie mir bitte nicht die Hand.

Claudia Junge, Mertloch

Gefällt Ihnen unsere Berichterstattung? Dann unterstützen Sie uns mit einer Spende:
IBAN: AT581420020010863865, BIC: EASYATW1, Unzensuriert.at
SPENDEN
in

Die Kommentarfunktion ist deaktiviert.