Blamage auf Twitter: Grüne in NRW glauben an saudi-arabisches "Parlament"

Frauen in Saudi-Arabien. Die Grünen freuen sich über ihren relativ hohen Anteil im "Parlament": Foto: Sonia Sevilla / Wikimedia (CC0 1.0)
Frauen in Saudi-Arabien. Die Grünen freuen sich über ihren relativ hohen Anteil im "Parlament":
Foto: Sonia Sevilla / Wikimedia (CC0 1.0)
20. April 2017 - 16:00

In kaum einem anderen Land der Erde werden Frauen auf brutalere Weise unterdrückt als in Saudi-Arabien. Das streng islamische Königreich verbietet ihnen faktisch jegliche Teilhabe am sozialen wie politischen Leben. Man würde meinen, dass ausgerechnet Frauenrechtler und linke Politakteure über ihr Wirkungsgebiet am besten Bescheid wüssten. Mit einer Meldung auf Twitter widerlegten die Grünen in Nordrhein-Westfalen diese Vermutung aber gekonnt.

Grüne phantasieren von Parlament in Saudi-Arabien

In einem Tweet beschwerte sich die Grüne NRW-Landtagsfraktion darüber, dass nur 13,33 Prozent der Listenplätze der liberalen FDP mit Frauen besetzet seien. „1. Läuft. 2. Für Männer!“ ist auf einem Bild darunter zu lesen. Der wirkliche Hohn folgt aber, indem das Bündnis 90 behauptet, dass sogar im "Parlament" von Saudi-Arabien eine höhere Frauenquote herrsche.

Dass es in Saudi-Arabien kein Parlament gibt, dürfte den Grünen entgangen sein. Da keine demokratisch-republikanische Rechtsform sondern eine absolute Monarchie auf Basis der islamischen Rechtssprechung herrscht, gibt es lediglich eine beratende Versammlung, ein Empfehlungsgremium, den sogenannten "Schura-Rat". Von den 150 Mitgliedern gehören seit 2011 30 Frauen dieser Versammlung an, haben aber faktisch keine Entscheidungsgewalt.

Alltag von Frauen in Saudi-Arabien: Prügel und Mord

Wie der Alltag von Frauen in Saudi-Arabien aussieht, berichtete unter anderem Infowars.com. In einem Video, das mittlerweile gelöscht wurde, war zu sehen, wie ein Mann auf verschleierte Frauen mit einem Stock einprügelte und diese wie eine Tierherde umhertreibt. Frauen in Saudi-Arabien laufen auch Gefahr, aufgrund willkürlicher Beschuldigungen gesteinigt oder gar öffentlich enthauptet zu werden. 

Anfang des Jahres machte auch der US-Kaffeekonzern Starbucks Schlagzeilen. In dessen Filialen in Saudi-Arabien werden nämlich keine Frauen bedient. Bereits am Eingang hängen Schilder auf denen steht: "Please no entry for Ladies only send your driver to order thank you". Frauen ist es  zudem nur erlaubt, in Begleitung eines männlichen Verwandten außer Haus zu gehen.

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