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Türkischer Roter Halbmond

Die Rettungsorganisation des türkischen Roten Halbmonds ist auch „Geldwaschmaschine“ für das Erdogan-Regime in Ankara.

13. Februar 2020 / 11:46 Uhr

System Erdogan: Korruptionsskandal rund um türkischen Roten Halbmond

Langsam, aber sicher bröckelt die Fassade des Regimes von Staatspräsident Erdogan in allen öffentlichen Bereichen. Aktuell ist der türkische Rote Halbmond in einen Korruptionsskandal im Zusammenhang mit Geldern für den Bau von Notunterkünften für Flüchtlinge in Syrien verwickelt. Aktuell will etwa die deutsche Bundesregierung in Berlin rund 25 Millionen Euro an den türkischen Roten Halbmond überweisen.

Dieser ist aber in einen Mega-Korruptionsskandal verwickelt. Dabei geht es um Steuerhinterziehung von Privatfirmen und Stiftungen aus dem Umfeld Erdogans und seiner Familie. Von Hilfs- und Spendengeldern sollen schon in der Vergangenheit Netzwerke der türkischen Regierungspartei AKP und Erdogans Freundes- und Familienkreis profitiert haben.

Steuermindernde Spenden des Roten Halbmonds im Visier

Aktuell sind vor allem steuermindernde Spenden des Roten Halbmondes im Visier. Regierungsnahe Firmen nutzen dies, um Gelder steuermindernd am Finanzamt vorbeizuschleusen. So sollen nach aktuellen Ermittlungen im Zeitraum 2015 bis 2019 nicht weniger als 16 Millionen Euro von einer Handvoll Unternehmern so „gewaschen“ worden sein.

Unter anderem soll das türkische Erdgasunternehmen Baskentgas Ende 2017 an den Roten Halbmond acht Millionen unter dem Titel Spende überwiesen haben. Der Rote Halbmond soll diese Gelder aber nicht für seinen Vereinszweck verwendet, sondern an islamistisch-fundamentalistische Stiftungen im Umfeld der AKP weiterüberwiesen haben.

Erdogan-nahe Stiftungen in Spendenskandal verwickelt

Konkret sollen Erdogan-nahe Stiftungen in den Spendenskandal verwickelt sein. Unter anderen soll die Ensar-Stiftung Gelder vom Roten Halbmond erhalten haben, die sie ihrerseits wiederum an die Turken-Stiftung weiter überwiesen haben soll. Und die Ensar- und Türgev-Stiftung haben die Turken-Stiftung gegründet. Die Türgev-Stiftung gründete Erdogan 1996 persönlich, in dieser und in der Turken-Stiftung sitzen seine Tochter Esra Albayrak und sein Sohn Bilal Erdogan.

Während die Ensra-Stiftung Propaganda gegen Erdogan-Gegner wie die Gülen-Bewegung finanziert, hat die Turken-Stiftung Immobilienbesitz in den USA angeschafft. Pikantes Detail bei der ganzen Angelegenheit: Wenn es um Steuerbetrug und Finanzstrafverfahren geht, wäre eigentlich Finanzminister Berat Albayrak zuständig. der ist aber gleichzeitig auch Schwiegersohn von Erdogan und mit der Turken-Stiftungsvorständin Esra Albayrak verheiratet.

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