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Die SPÖ wollte die breite Parteibasis zum Asylthema befragen, erreichte aber angeblich nur 40.000 Anhänger.

4. Februar 2016 / 15:00 Uhr

Hat die SPÖ nur Parteisoldaten in ihrer Umfrage befragt?

Liegt es am Mitgliederschwund oder an der heillosen Überalterung der SPÖ? Oder fürchtet sich da jemand vor anderen Meinungen? Als die Partei in den letzten Wochen eine Umfrage zum Thema Asyl unter ihren Mitgliedern startete, musste die Parteispitze eingestehen, dass sie dazu wohl nicht alle E-Mail-Adressen hätten. Nur rund 40.000 der angeblich 160.000 Parteimitglieder wurden angeschrieben. Sind die restlichen Mitglieder zu alt für eine E-Mail-Adresse oder gibt es doch nicht so viele rote Anhänger?

Kommunikationschef Matthias Euler-Rolle: "In unserem Verteiler sind aber nur 40.000 Kontakte." – derstandard.at/2000030258091/Umfrage-zu-Asyl-SPOe-findet-ihre-Mitglieder-nicht

Mitgliederschwund oder Angst vor der Wahrheit?

Als die große Umfrage-Aktion medial angekündigt wurde, waren zahlreiche Mitglieder doch erstaunt, dass sie niemals von einer solchen Befragung gehört hatten und auch nicht teilnehmen konnten. Viele wollten ihren Unmut dazu äußern, wie der Standard berichtet, wurden jedoch nicht gefragt, obwohl sie auch sonst Einladungen erhalten und die Adresse der Partei sehr wohl bekannt sei. Einige tausend verärgerte Anhänger meldeten sich daraufhin per E-Mail bei der Bundespartei.

In der Zentrale rechtfertigte man die Vorgehensweise simpel: "In unserem Verteiler sind aber nur 40.000 Kontakte", so Kommunikationschef Matthias Euler-Rolle. Selbstverständlich werden bei der nächsten Umfrage laut ihm auch alle weiteren registrierten Mitglieder berfragt werden, zum Thema Asyl würde sich dies jedoch erstaunlicherweise nicht mehr ausgehen.

Will die SPÖ mit ihrer Umfrage ein linientreues Ergebnis erzielen, das den Asyl-Kurs von Parteichef und Bundeskanzler Werner Faymann untermauert?

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