Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Lady Gaga – hier in Vancouver/Kanada – hat es zumindest beim Super-Bowl konsequent vermieden, sich politisch einspannen zu lassen.

6. Feber 2017 / 17:00 Uhr

Super-Bowl-Pauseneinlage: Lady Gaga wetterte zum Missfallen der Presse nicht gegen Trump

Weil Lady Gaga bei ihrer Super-Bowl-Pauseneinlage nicht offen über Donald Trump herzog, wie von vielen Medien groß angekündigt worden war, sind die Berichterstatter scheinbar sehr betrübt, ja fast schon entsetzt..

Medien-Kommentatoren zutiefst enttäuscht

N24-Kommentatoren (US-Korrespondent Steffen Schwarzkopf) berichten am Tag nach dem NFL-Spektakel  fast weinerlich, dass das "von vielen erwartete Trump-Bashing"  ausgeblieben ist und sie Trump nicht (namentlich) angegriffen hat. Fast wird Lady Gaga schon deswegen gerügt, weil sie schon im Vorfeld erklärt hatte, sie würde bei ihrer Show die Politik Politik sein lassen und die Show dem Sport und der Unterhaltung widmen – man wisse ja, wo sie steht. Trump-Beschimpfung wird von den linken Eliten offensichtlich schon als selbstverständlich erwartet und immer offensiver eingefordert.

Zur Not wird die Stimmung der "Promis" gegen Trump von den Medien auch noch herbeigeredet.

Dass Gaga "wenigstens" den Song "This Land is your land …" zehn Sekunden kurz intoniert hat, wird als Anti-Trump-Statement gewertet. Auch wenn damit (und mit einem kurzen Auszug aus dem Fahneneid "One nation under God, indivisible, with liberty and justice for all") ihr "Statement gegen Trump gemässigter ausgefallen ist als erwartet", wie die Medien traurig bemängeln.

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"This land is my land" soll plötzlich Protest gegen Trump sein

Ob die zwei Zeilen des alten Woodie-Guthrie-Folksongs ("This land is your land, this land is my land – this land was made for me and you"), die Lady Gaga nach der Hymne "God Bless America"  sang, als Statement gegen Trump zu werten ist, sei dahingestellt. Die Mehrheit der Amerikaner betrachten das wohl als Liebeserklärung an Amerika und seine landschaftliche Schönheit.

Der Song aus den 40er-Jahren wurde auch durch zahlreiche Coverversionen (von Hary Belafonte über Bob Dylan bis zu Bruce Springsteen) zu einem Evergreen und einer geheimen Hymne der USA – allerdings ohne jedwede politischen Aussage. Zwei ursprünglich geschriebene, sozialkritische Strophen wurden schon vor der ersten Veröffentlichung durch Woodie Guthrie weggelassen. Ob das heute noch jemand (insbesonders von den Jungen und Nicht-Amerikanern) weiß, darf man bezweifeln.

Manipulatives Weglassen 

Scheinbar wird jetzt auch bereits der Treueschwur auf die US Fahne ("Pledge of Allegiance") als Anti-Trump Statement gewertet. Tatsächlich ist das Singen der Hymne und der Fahneneid in den USA ein übliches Ritual bei öffentlichen Veranstaltungen und kaum als politisches Statement zu werten, wie es uns die hiesigen Medien weismachen wollen. Die Medien berichten darüber als "Spitze gegen Trump" (N24), ohne zu erwähnen, welche Tradition dieses Ritual schon immer hatte.

Mit dem medial groß angekündigten politischen Statement von Gaga wurde es also nichts. Dementsprechend bedrückt ist man jetzt in den Redaktionen, da sich Trump deswegen nicht warm anziehen musste, wie es Tiroler Tageszeitung, Zeit Online, Welt.de etc. am 3. Februar noch groß verkündeten.

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