Mitarbeiter des Fußballclubs Vfl Osnabrück müssen für ihre CO2-Emissionen Strafsteuer bezahlen.

25. Oktober 2023 / 18:46 Uhr

Zweitligist bestraft Personal fürs Schnitzel essen und Autofahren

Der Zweitliga-Club VfL Osnabrück hat eine ökologische „Gemeinwohlklausel“ für seine Mitarbeiter eingeführt. Danach muss, wer mit dem Auto zur Arbeit fährt oder zu viel Fleisch isst, mit Lohnabzügen rechnen.

„Klima-Sünden“ werden bestraft

Für Aufregung sorgt derzeit das Bekanntwerden eines speziellen Paragraphen in Arbeitsverträgen des Fußballclubs, wonach sich Mitarbeiter vertraglich einer „Gemeinwohlklausel“ unterwerfen müssen. Wer die darin enthaltenen Öko-Richtlinien des Vereins nicht einhält, muss mit Gehaltsabzügen rechnen.

Unzensuriert Radio-Empfehlung:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Weitere Informationen

Demnach erhebt der VfL als Arbeitgeber den individuellen ökologischen Fußabdruck jedes Mitarbeiters in Zusammenarbeit mit der Non-Profit Organisation „ForTomorrow“ als unabhängigen Experten, ist auf der Web-Seite des Vereins zu lesen. Dabei fließen in die individuelle Berechnung unter anderem die Länge des Arbeitsweges, wie dieser zurückgelegt wird oder auch Aspekte wie vegane oder vegetarische Ernährungsgewohnheiten ein. Die Kompensation erfolgt, indem der entsprechende monetäre Wert direkt vom Gehalt des Arbeitnehmers abgezogen wird.

Arbeitsrechtlich fragwürdig

Der Jurist und Welt-Kolumnist Arndt Diringer sieht die Vertragsklausel kritisch. „Die Rechtsprechung hat aus guten Gründen immer wieder betont, dass das Privatleben der Mitarbeiter für Arbeitgeber grundsätzlich tabu ist“, schreibt Diringer. „Nur so können Beschäftigte ihre Grundrechte verwirklichen, ohne Angst um ihr Einkommen zu haben.“ Ausnahmen gebe es demnach nur, wenn Verhaltensvorgaben einen konkreten Bezug zur geschuldeten Arbeitsleistung haben. Essgewohnheiten würden allerdings nicht dazu zählen – ebenso wenig wie der Arbeitsweg.

Den genauen Wortlaut der Klausel will der Verein nicht offenlegen. Er beruft sich auf „Vertraulichkeit und Verschwiegenheit“ mit Blick auf die Arbeitsverträge seiner Mitarbeiter.

Unterstützen Sie unsere kritische, unzensurierte Berichterstattung mit einer Spende. Per paypal (Kreditkarte) oder mit einer Überweisung auf AT58 1420 0200 1086 3865 (BIC: BAWAATWW), ltd. Unzensuriert

Teile diesen Artikel

    Diskussion zum Artikel auf unserem Telegram-Kanal:

Politik aktuell

22.

Feb

12:51 Uhr

Wir infomieren

Unzensuriert Infobrief

Unzensuriert Video-Empfehlung:
Herbert Kickl beim Landesparteitag 2026 der FPÖ-Salzburg: „Marlene tritt an, um Erste zu werden!“
Klicken um das Video zu laden
Erst nach dem Klick wird eine Verbindung zu YouTube hergestellt.