Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Manuel Neuer

Wie billig: Manuel Neuer lässt sich wie alle Gutmenschen feiern, wenn er das von den Mächtigen politisch Gewünschte fordert. Wenn es gefährlich wird, zieht er zurück.

22. November 2022 / 16:24 Uhr

Schluss mit Gratismut, wenn es gefährlich wird: Fifa verbietet Schwulen-Abzeichen

Ja, ja, es ist so grenzenlos billig, in einem westlichen Land für Schwulenrechte einzutreten, wo es weder eine gesetzliche noch eine gesellschaftspolitische Diskriminierung für sexuell Andersartige, heute LGBTIQA-Community genannt, vorliegt. Ja, im Gegenteil, wo das Hofieren von Schwulen zum guten Ton gehört, Kritik daran brüsk zurückgewiesen und alles Normale als vernachlässigbar betrachtet wird.

Verpolitisierung des Sports

Deutschlands Torwart Manuel Neuer war immer in der ersten Reihe, wenn es um Solidaritätsgesten gegenüber den Schwulen ging. Wer seine regenbogenfarbene Kapitänsbinde kritisierte, wurde in Grund und Boden beschimpft, etwa von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zur AfD-Kritik:

Solche Kommentare zeigen, wie schrecklich intolerant Deutschland regiert würde, wenn jemals die @AfD mitregieren würde.

Echter Mut? Fehlanzeige!

Und jetzt das. Die Fifa verbietet den Mannschaften das Tragen der Schwulen-Solidaritätsabzeichen bei der Fußballweltmeisterschaft in Katar! Die „One Love“-Kapitänsbinde dürfe dort, wie es wirklich Diskriminierung von Schwulen gibt, nicht getragen werden. Gerade dort, wo eine solche Solidaritätskundgebung wirklich mutig wäre, wirklich etwas verändern könnte.

Neuers Offenbarung

Aber Gratismut ist eben billig. Und echter Mut teuer. Zu teuer für die deutsche Nationalmannschaft und für ihren Kapitän. Neuer legte gehorsam das Schwulenabzeichen ab und fügt sich den Gegebenheiten in der moslemischen Welt.

Er trägt jetzt kein Abzeichen, sondern seine Solidarität mit den Schwulen offenbar lautlos und unsichtbar in sich – das ist ungefährlich, zudem einfach, billig und finanziell besser.

Rewe-Konzern bleibt bei Gratismut

Finanziell weniger gut ist jedoch die Reaktion des Kölner Handelsriese Rewe, der in Österreich die Marken Billa, Bipa und Penny betreibt. Er verzichtet ab sofort auf seine Werberechte mit dem Deutschen Fußballbund (DFB) insbesondere im Kontext der Weltmeisterschaft, wie Konzernchef Lionel Souque am Dienstag sagte.

Aber nicht, weil er vom Gratismut angewidert ist, nein, sondern weil Rewe „für Diversität“ stehe und auch „Fußball Diversität sei“. Die Fifa-Entscheidung sei „skandalös“ und für einen „Fußballfan absolut nicht akzeptabel.“ Wirklich?

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