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Illumina Lichtergarten

Eine magische Reise durch phantastische Lichterwelten verspricht „Illumina“ an drei Standorten in NÖ. Kritiker wundern sich über diese Lichtspiele mitten in der Energiekrise.

4. November 2022 / 11:17 Uhr

Menschen fühlen sich verhöhnt: Protzige „Lichtspiele“, während Strompreise in irre Höhen schnellen

Mitten in der ärgsten Energiekrise, in der die Menschen von Politikern mit den skurrilsten Tipps zum Sparen angeregt werden, finden „Lichtspiele“ mit gewaltigem Stromverbrauch statt.

Stromvorschreibung in Höhe von 5.628 Euro

Walter P. aus Pottendorf im Bezirk Baden in Niederösterreich ist ein weiterer verzweifelter Bürger, der sich an FPÖ-Chef Herbert Kickl gewandt hat. Gerade hat er von Wien Energie eine Nachzahlung von 1.958,33 Euro zugeschickt bekommen und für 2023 eine Vorschreibung von sage und schreibe 5.628 Euro. Das ist eine Steigerung um 300 Prozent.

Die Nachzahlung für Walter P. von Wien Energie.

P. schrieb in seinem Brief an Kickl:

Ich würde mir wünschen, dass Sie sich mein Anliegen anschauen. So kann es nicht weitergehen.

Protzige Lichtspiele

Dass es nicht so weitergehen kann, dafür kämpft der FPÖ-Chef jeden Tag. Er tritt für das Ende der Russland-Sanktionen ein, für die Abschaffung der „Merit Order“ – für Maßnahmen also, die die Energiepreise dämmen würden. Doch was passiert vor den Augen der Bürger, die sich aufgrund der Kostenlawine nicht einmal mehr trauen, die Heizung oder das Licht aufzudrehen? Es werden protzige Lichtspiele veranstaltet.

Magischer Lichtergarten mit gewaltigem Stromverbrauch

Heute, Freitag, beginnt im Schloss Grafenegg im Bezirk Krems-Land in Niederösterreich ein Energiespektakel der Extraklasse: Die „Illumina“ – ein magischer Lichtergarten, der bis 8. Jänner für gewaltigen Stromverbrauch sorgen wird. Nicht nur dort, denn diese Veranstaltung gibt es vom 11. November bis 29. Jänner auch beim Schloss Laxenburg im Bezirk Mödling in Niederösterreich und vom 23. November bis 8. Jänner im Stift Klosterneuburg im Bezirk Tulln in Niederösterreich.

Veranstalter rechnet vor: Besuch von „Illumina“ spart Strom

Wen wundert’s, dass sich die Menschen da verhöhnt vorkommen. Auf der Internet-Seite von „Illumina“ versucht man, den Stromverbrauch schönzureden. Man betont, dass energiesparende und modernste LED-Technologie Verwendung findet. Zudem versucht man den Menschen mit abenteuerlichen Zahlenspielen vorzurechnen, dass man mit einem Besuch im „Lichtergarten“ sogar Strom sparen könne. Wörtlich heißt es auf der Homepage:

Denn der stündliche Stromverbrauch einer vierköpfigen Familie beträgt rd. 0,54 kWh pro Stunde (Anm.: bei einer durchschnittlichen Gerätenutzung, wie bspw. Beleuchtung, TV, Computer, Streaming-Dienste, etc.). Bei beispielsweise 100.000 Besucherinnen und Besuchern, rd. 60 Öffnungstagen pro Saison und einer Besuchsdauer von durchschnittlich zwei Stunden, entspricht das einem stündlichen Stromverbrauch von 0,25 kWh pro Person und Stunde und damit einem niedrigeren Energiebedarf als an einem „normalen“ gemeinsamen Nachmittag/Abend in den eigenen vier Wänden.

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