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Van der Bellen und André Heller

Kehrt Van der Bellen seinem „Universalgenie“ André Heller nach den Fälschungsvorwürfen den Rücken, oder steht er auch jetzt zu seinem prominenten Unterstützer für die Bundespräsidentenwahl?

3. November 2022 / 11:23 Uhr

Ein mutmaßlicher Fälscher als Unterstützer für Bundespräsident Van der Bellen

Eine Ikone des linken Establishment verliert gerade seine Glaubwürdigkeit. André Heller soll einen Bilderrahmen des 1988 verstorbenen US-Künstlers Jean-Michel Basquiat gefälscht haben. Heller unterstützte Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Wahlkampf.

Wahlkampfrede von Heller für Van der Bellen

In einem Video auf YouTube spricht Heller – man könnte sagen – salbungsvolle Worte zu „Sascha“:

Lieber Sascha, ich wach’ in der Früh jetzt oft auf und denk’ mir: Wie geht’s dir? Und wenn ich mich versuche einzufühlen, dann ist mir klar, dass du aufwachst in der Früh und dir denkst: Dieser unglaubliche Erwartungsdruck. Und es ist dir klar, dass es nur Du tun kannst. Da gibt’s nicht drei andere, die man auf’s Feld schicken kann, die einspringen können. Diese ganzen Hoffnungen, diese ganze Verzweiflung, die erlöst werden will, diese Lust auf eine Qualität, die unser Land regieren soll, das konzentriert sich auf diesen Menschen Alexander Van der Bellen.

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Van der Bellen: „Vielfältigster Künstler, den ich kenne“

Auf „Twitter“ revanchierte sich Van der Bellen für diese „poetische“ Wahlkampfhilfe und schrieb:

André Heller ist der vielfältigste Künstler, den ich kenne, ein österreichisches Universalgenie, ein Poet und unerschrockener Visionär. Als Kosmopolit hat er eine gewichtige Stimme, die er gegen jede Art von Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit erhebt.

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Vielfältig begabt – auch zum Fälschen!

Seine Stimme gegen sich selbst, einen mutmaßlichen Kunstfälscher, erhob André Heller aber nicht. Da musste schon das eigentlich linke Wiener Wochenmagazin Falter ausrücken, um zu erzählen, zu welchem „Verbrechen“ das Liebkind der linken Schickeria offensichtlich fähig ist und wie „vielfältig“ der Künstler in Wahrheit ist.

Gefälschten Rahmen um 800.000 Euro verkauft

Laut Falter klebte Heller 1988 nach dem Tod des Künstlers Basquiat einige von dessen entstandenen Skizzen auf Holzleisten, fügte rote Farbe, Stücke eines schwarz gefärbten Besenstils sowie Nägel dazu – und fertig war der skulpturale, angebliche Basquiat-Rahmen. Das Perfide daran: Den so gefälschten Rahmen soll ein Wiener Künstlermanager um sage und schreibe 800.000 Euro gekauft haben.

Heller: „Wollte meinen Ruf nicht schädigen“

Mittlerweile hat Heller dieses Werk wieder zurückgekauft. War der Beweggrund dafür, dass man ihm auf die Schliche kam? Heller argumentierte im Kurier so:

Weil ich vermeiden wollte, dass mein Ruf durch zur Diskussion gestellte Behauptungen geschädigt wird.

Sein Fehler sei gewesen, dass er vor Jahren einem bekannten Kurator eine etwas zu sehr ausgeschmückte Geschichte erzählt und diese nicht richtiggestellt habe, meinte Heller ebenfalls gegenüber dem Kurier. Er sei ein vom Glück gesegneter Mensch und bringe sich doch nicht durch einen Fälschungsvorwurf in Gefahr, hatte er zuvor im Falter beschieden, wo er den Kunstkrimi um die Basquiat-Fälschung kleinzureden versuchte:

Retrospektiv betrachtet, ist das Ganze erstens ein kindischer Streich. Zweitens ist es naturgemäß eine Angeberei. Ein Privat-Märchen eben.

Mainstream hält sich zurück

Den Mainstream hat André Heller mit seinen Erklärungen anscheinend beruhigt, nachdem „nur“ gestern, Mittwoch, die vom Falter aufgedeckte Geschichte durch den Blätterwald gerauscht war. Von der ORF-Startseite ist Heller komplett verschwunden. Vielleicht hilft dem „Universalgenie“ seine Freundschaft zum wiedergewählten Bundespräsidenten, um den Skandal zumindest medial kleinzuhalten.

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