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Der tschechische Innenminister Vít Rakušan ortet hinter den Massendemonstrationen nicht Sorgen ums tägliche Brot, sondern „russische Desinformation“.

30. Oktober 2022 / 08:09 Uhr

Wieder Massenproteste: Demonstranten fordern Rücktritt der Regierung

Vor knapp zwei Monaten gingen mehrere zehntausend Tschechen auf die Straße, um gegen die Regierung zu protestieren. Am Freitag waren es noch mehr: Laut Medienberichten sollen es 70.000 gewesen sein, die den Rücktritt der Regierung forderten.

Explodierende Inflation

Getrieben von den schnell steigenden Lebenshaltungskosten (im September lag die Inflation bei 18 Prozent) verurteilten die Demonstranten die Sanktionen gegen Russland, die das eigene Land treffen. Sie lehnen die Unterstützung Kiews ab, wünschen eine neutrale Haltung im Konflikt und fordern sofortige Gespräche mit Russland über Energielieferungen:

Russland ist nicht unser Feind, die Regierung der Kriegstreiber ist unser Feind.

Ziel: Wahre Unabhängigkeit

Die Nachrichtenagentur Reuters zitiert den Organisator Ladislav Vrabel:

Dies ist das Wiedererstarken einer nationalen Bewegung und ihr Ziel ist die Unabhängigkeit der Tschechischen Republik.

Wenn er diesen vollen Platz sehe, wisse er, das kann niemand stoppen, so Vrabel.

Politisches Establishment kriminalisiert Demonstranten

Die tschechische Regierung reagierte wie vor zwei Monaten. Nämlich gar nicht. Sie wies die Forderungen der Demonstranten als „prorussisch“ zurück und warf den Organisatoren vor, sie verbreiteten russische Desinformation.

Innenminister Vít Rakušan setzte noch eins drauf und drehte den Spieß um. Via Twitter erklärte er zu „wissen, wer unsere Freunde seien und wer für unsere Freiheit blute“, nämlich die Nato bzw. die Ukrainer. Die Organisatoren nannte er „Feinde“:

Und wir wissen auch, wer unsere Feinde sind, und wir werden nicht zulassen, dass sie unseren Patriotismus stehlen.

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