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Immer lauter werden die Stimmen für eine Verhandlungslösung des Ukraine-Konflikts. Doch es gibt Gegenspieler.

1. Juli 2022 / 12:28 Uhr

Stimmen der Vernunft werden mehr – aber NATO weiter auf Kriegskurs

Es mehren sich die Stimmen der Vernunft. Erst ein offener Brief in der Emma, dann in der Zeit und gestern, Donnerstag, in der FAZ: Prominente fordern ein Ende der Kriegsrhetorik und der Eskalationsspirale sowie die Aufnahme von Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine.
Ukrainischer Botschafter entgleist – unwidersprochen
Doch einem solchen Ansinnen stehen die US-hörigen Politiker und geradezu kriegsgeilen Mainstream-Medien entgegen. Nicht nur, dass sich der Botschafter der Ukraine in der Bundesrepublik Deutschland, Andrij Melnyk, auf „Twitter“ eine Entgleisung leistete. Er sagte zum Friedensappell um den Philosophen Richard David Precht:

Nicht schon wieder, was für ein Haufen pseudo-intellektueller Versager.

Unwidersprochen. Kein deutscher Politiker stellte sich vor diese Bürger seines Landes und verbat sich derartige Beschimpfungen. Melnyk wurde nicht ins Kanzleramt einbestellt.
Mainstream-Medien den USA zu Diensten
Doch auch die Mainstream-Medien schießen aus allen Rohren gegen diese Friedensinitiative. So titelte die FAZ drei Stunden nach dem Friedensappell: „Frieden schaffen ohne Ahnung“, der Spiegel lässt einen Politikwissenschaftler über den Friedensappell schreiben:

Frieden sei eine »löbliche Idee«, doch die Unterzeichnenden rund um Precht hätten »keinen blassen Schimmer davon«, wie er sich umsetzen lasse.

Den Vogel jedoch schießt ntv ab. Der Nachrichtensender meint, dass dieser Brief „eine schreiende Unverschämtheit“ sei.

Kriegs-Spirale dreht sich weiter
Derweil treiben die USA die Kriegsspirale immer weiter – direkt vor die Tore Moskaus. Im Mai hatte der weit links stehende Papst in einem Interview mit dem Corriere della Sera vom „Bellen der NATO an Russlands Tür“ gesprochen, was im Westen empörte Reaktionen auslöste und schnell aus den Medienschlagzeilen verschwand.
Doch hatte Franziskus damit nicht recht? Denn beim dieswöchigen NATO-Gipfel in Madrid kündigte Generalsekretär Jens Stoltenberg die Erhöhung der Alarmbereitschaft der Streitkräfte im Osten Europas an.
Dabei hatte der Westen der damaligen Sowjetunion zugesichert, zwar die DDR in die NATO aufzunehmen, aber keine weitere Ost-Erweiterung vorzunehmen. Dreißig Jahre später steht die NATO ganz offiziell an Russlands Grenze. Der Westen ist also wortbrüchig geworden.
Erhöhte Alarmbereitschaft
Schon im nächsten Jahr soll dort ein Großteil von geplanten 300.000 Soldaten in erhöhter Alarmbereitschaft stehen. Gleichzeitig verlegen die USA gerade massiv Kampfflugzeuge in die Staaten am oder nahe dem Schwarzen Meer. „Der mögliche Gegner heißt Russland“, wie die FAZ schreibt.
Doch die Menschen wollen keinen Krieg, sie wollen auch nicht frieren, hungern und zu Fuß gegen, um die US-Hegemonie zu erhalten. Auch immer mehr Personen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft kritisieren das Kesseltreiben. Die Schere geht also auf.

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