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Nach dem langen Hin und Her übernimmt Elon Musk jetzt doch Twitter.

11. Oktober 2022 / 12:59 Uhr

Das plant Elon Musk für Twitter

Nach dem langen Hin und Her übernimmt Elon Musk jetzt doch Twitter. Die Verhandlungen liefen seit Mitte April 2022 und standen eigentlich schon kurz davor, komplett abgebrochen zu werden. Twitter soll laut Musk Falschangaben zur Anzahl seiner unechten Profile gemacht haben und konnte seiner Ansicht nach keine Beweise liefern, um diese Zahlen zu belegen oder zu korrigieren.
Letztlich entschied er sich dennoch dazu, den Konzern für insgesamt 44 Mrd. US-Dollar zu übernehmen. Dabei hat er weitreichende Pläne, um die Plattform für die Zukunft zu wappnen und noch erfolgreicher zu machen.
Meinungsfreiheit soll gewährleistet werden
Ein wichtiger Punkt, den Musk den Nutzern zusichern will, ist die Meinungsfreiheit auf der Plattform. Besonders in linksliberalen Kreisen sorgt das für Aufregung, denn diese konnten in den letzten Jahren immer wieder kritische Meinungen unterdrücken. Diese fürchten nun, dass Twitter sich unter Musks Führung erfolgreich gegen die sogenannte „Cancel Culture“ wehren könnte.
Auch Donald Trump, der als Folge auf den Angriff auf das Capitol im Januar 2021 bei Twitter gesperrt wurde, dürfte in Zukunft vielleicht wieder die Plattform nutzen. Zwar hat Musk genau das bereits angedeutet, doch genauere Details sind dazu bislang noch nicht bekannt. Twitter soll also ein Ort der Meinungsfreiheit werden, bei dem man sich zu politischen Themen sowie erfolgreichen Sportwetten gleichermaßen austauschen kann.
Entfernung von Bot- und Spam-Profilen
Auf Twitter tummeln sich derzeit viele Bots und Spam-Profile. Das sind unechte Accounts, die oftmals mithilfe von Programmen erstellt wurden, um Nachrichten zu verbreiten oder andere Nutzer sowie Beiträge zu manipulieren. Da es sich dabei auch oft um illegale Aktivitäten handelt, wie zum Beispiel Betrug mit Kryptowährungen, sind diese natürlich ein Dorn im Auge von Musk.
Dieser war bereits im Jahr 2020 ein Opfer von Hackern, die seinen Account dazu nutzten, um für einen Krypto-Scam zu werben. Doch alle Bots sicher zu identifizieren und zu löschen, kann sogar die besten Algorithmus-Programmierer vor große Herausforderungen stellen. Schließlich tun sich derzeit alle großen Social-Media-Plattformen sehr schwer damit.
Twitter soll auch mit YouTube und TikTok konkurrieren
Twitter soll in Zukunft auch vermehrt auf Video-Inhalte von Nutzern setzen. Damit möchte Musk die Plattform als Alternative zu YouTube oder TikTok etablieren, auf der Nutzer ihre exklusiven Inhalte teilen sollen. Die derzeit eher bescheidenen Video-Kapazitäten sollen also stark ausgebaut werden, denn bislang ist die Plattform besonders im Vergleich zu YouTube dabei eher limitiert.
Mehr Content-Ersteller auf Twitter zu locken, stünde auch im Zeichen der nächsten Strategie. Denn ein weiteres Ziel von Elon Musk ist es, die Plattform für elektronische Zahlungen fit zu machen. Ähnlich wie auf Twitch könnten Nutzer dann den Content-Erstellern direkt über die App ihre Unterstützung zusichern.
Zahlungen über Twitter abwickeln
Aber Twitter soll dann auch als universelle Bezahl-App dienen, so wie es zum Beispiel Tencent in China mit seiner WeChat-App macht. In China wird mittlerweile bereits alles über elektronische Zahlungen abgewickelt. Essen, Miete und Bestellungen werden meist über WeChat oder Alipay (Alibaba) bezahlt, diese erheben dann natürlich ihre Gebühr. Das Geschäft ist dabei hochprofitabel und Elon Musk weiß das als PayPal-Mitbegründer ganz genau.
In seiner Investor-Präsentation deutete er bereits auf einen möglichen Umsatz von 1,3 Mrd. US-Dollar im Jahr 2028 hin, sollte es der Plattform gelingen, Zahlungsfunktionen erfolgreich einzubinden. Das wäre ein weiteres wichtiges Standbein für den Konzern, der letztes Jahr circa 5 Mrd. US-Dollar an Umsatz generieren konnte.
Bezahlte Mitgliedschaften bei Twitter?
Als Letztes spielt Musk auch mit dem Gedanken, auf Twitter eine bezahlte Mitgliedschaft anzubieten. Im Gegenzug müsste man dann keine Werbung mehr sehen. Ob das allein ausreicht, um Twitter-Nutzer zur Zahlung einer monatlichen Gebühr zu überzeugen, ist jedoch mehr als fraglich. Wahrscheinlich müsste die Plattform noch mehr Vorteile bieten, um bis zum Jahr 2028 die erhofften 159 Millionen Bezahl-Mitglieder erreichen zu können.

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