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Der syrische Präsident Bashar al-Assad (links im Bild) und der russische Präsident Vladimir Putin gelten seit langem als enge Partner.

29. Juni 2022 / 22:41 Uhr

Syrien erkennt die selbsternannten Volksrepubliken Lugansk und Donezk an

Nach Russland ist Syrien der zweite Staat auf der Welt, der die zwei russische Separatisten-Republiken offiziell anerkennt. Die staatliche Unabhängigkeit dieser zwei mehrheitlich russisch bewohnten Gebiete ist einer der Hauptgründe für den Ukraine-Krieg.
Große symbolische Wirkung
Wie der große arabische Nachrichtensender Al Mayadeen heute, Mittwoch, auf seiner „Twitter„-Seite verkündete, wird die mit Russland eng befreundete syrische Regierung die zwei separatistischen Volksrepubliken offiziell anerkennen. Für die betroffenen Gebiete ist die Akzeptanz einer Mehrheit der Staatengemeinschaft der einzige Weg, auch als Staaten an der Weltpolitik teilzunehmen. Bis dorthin ist es noch ein langer Weg, doch hat die erste Anerkennung abseits von Russland einen großen symbolischen Charakter.
Gebietskontrolle immer noch unklar
Besonders pikant ist dabei, dass die beiden selbsternannten Volksrepubliken auf dem Gebiet der Ukraine auch nach acht Jahren Bürgerkrieg und rund vier Monaten seit der russischen Invasion nicht volle Kontrolle über das von ihnen beanspruchte Staatsgebiet haben. Die Separatisten beanspruchen jeweils das gesamte Oblast Luhansk und Donezk. Während Luhansk inzwischen (unzensuriert berichtete) fast vollständig unter russischer Kontrolle ist, wird im Oblast Donezk immer noch rund ein Drittel von der Ukraine gehalten. Somit befürwortet Syrien indirekt auch den weiteren Vormarsch der russischen Streitkräfte.
Langer Konflikt um russischsprachige Bevölkerung
Die Frage um den Donbass (Gebiete Luhansk und Donezk) ist ein zentraler Grund für den derzeitigen Krieg in der Ukraine. Laut letzter Volkszählung 2001 waren rund 70 Prozent der Menschen im Donbass russische Muttersprachler. Wie der Wochenblick berichtete, werden die ethnischen Russen in der Ukraine seit vielen Jahren zutiefst unterdrückt. Die „Befreiung“ dieser Menschen ist offiziell das Hauptziel Russlands. Umgekehrt fühlen sich viele russisch-sprachige Einwohner trotzdem als Ukrainer. Und der brutale Angriff Russlands hat diese Haltung vielfach noch verstärkt.

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