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Die  Promi-Kupplerin Ghislaine Maxwell wird lange Zeit nichts mehr zu lachen haben. In den USA kennt man keine Kuscheljustiz.

29. Juni 2022 / 12:51 Uhr

Fall Epstein-Maxwell: 20 Jahre Haft für Frau, die sich für unangreifbar hielt

Mit der am gestrigen Dienstag erfolgten Verkündung des Strafmaßes fand in New York der spektakulärste Prozess der letzten Jahre in den USA sein Ende. Ghislaine Maxwell, Vertraute und Komplicin des im August 2019 in seiner Zelle angeblich durch Selbstmord verstorbenen Investmentbankers Jeffrey Epstein, fasste eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren aus.
Staatsanwalt hatte bis zu 55 Jahre Haft gefordert

Richterin Alison Nathan verhängt die Strafe unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken. Im Strafprozess, der letzten Dezember mit einem Schuldspruch geendet hatte, war das Geschworenengericht zur Überzeugung gelangt, dass Maxwell über Jahre junge Mädchen für den sexuellen Missbrauch durch den millionenschweren Finanzinvestor Epstein rekrutiert habe. Das am Dienstag verkündete Strafmaß fiel glimpflich aus. Die Staatsanwaltschaft hatte 30 bis 55 Jahre Haft für die 60-jährige Delinquentin verlangt
Das kriminelle Gespann Epstein-Maxwell war weltweit bis in höchste Kreise gut vernetzt. Lange Zeit wähnten sie sich als unangreifbar. Eine frühere Anklage gegen Epstein war noch in einem für den Unternehmer sehr vorteilhaften „Deal“ gemündet, der ihm zum Symbol einer gesellschaftlichen Elite machte, die selbst mit Verbrechen durchkommt.
Englischer Prinz Andrew unter Verdacht
In diesem Zusammenhang ebenfalls schwer in Verdacht des sexuellen Missbrauchs Minderjähriger geraten war der jüngste Sohn der englischen Königin Elizabeth, Prinz Andrew. Er wurde durch die Aussage eines Epstein-Opfers schwer belastet. Virginia Roberts Giuffre hatte ihn letztes Jahr verklagt und behauptete, er habe sie in der Villa Epsteins in Manhattan und an anderen Orten sexuell missbraucht. Zum Zeitpunkt der mutmaßlichen Tat war sie noch minderjährig. Andrew stritt zwar sexuelle Kontakte zu ihr ab, kaufte sich aber in einem Vergleich von kolportierten 14 Millionen Dollar von einer möglichen Anklage frei. In Folge musste er alle royalen Ämter und Titel abgeben und gilt in der Familie als Persona non grata.

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