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Zensur, mit der sich aktuell Riccardo Muti auseinandersetzen muss, gab es schon in Zeiten Giuseppe Verdis: Dieser musste die am schwedischen Hof spielende Handlung ins unverdächtige, koloniale Boston (USA) verlegen.

26. Juni 2022 / 15:45 Uhr

Oper „Ein Maskenball“: Stardirigent Riccardo Muti weigert sich, das Wort „Neger“ zu streichen

er italienische Stardirigent Riccardo Muti verweigert, in der Aufführung der Verdi-Oper „Ein Maskenball“ das Wort „Neger“ zu streichen, sondern hält sich weiterhin an den Originaltext. Viele feiern das als Zeichen gegen die Zensur der „Politischen Korrektheit“ andere attackieren den 80-Jährigen als Verbreiter „rassistischer“ Denkweisen.
Die meisten Opernhäuser strichen ganze Passage 
Da viele Bürger mittlerweile Angst haben, das Wort „Neger“ überhaupt in den Mund zu nehmen und es somit oftmals als „N-Wort“ umschrieben wird, strichen die meisten Theater und Opern das Wort aus den Texten und schrieben weltberühmte Opern einfach um.
Im konkreten Fall gibt es im ersten Akt der Oper eine Konversation, in der der Richter eine Unterschrift für die Verbannung der Wahrsagerin Ulrica benötigt, die seiner Aussage nach „vom unreinen Blut der Neger (dell’immondo sangue dei negri)“ ist. Mittlerweile haben weltbekannte Opernhäuser wie die Scala in Mailand, die Met in New York oder Covent Garden in London diese Stelle mittlerweile umformuliert oder gar gestrichen, nicht so der Neapolitaner Riccardo Muti gegenüber einer der größten italienischen Tageszeitungen:

Giuseppe Verdi war kein Rassist, es geht ihm darum, die rassistische Einstellung, die Brutalität und die Ignoranz des Richters schonungslos aufzuzeigen.

Sogar der schwarze Sänger sieht darin kein Problem

Besonders absurd: Der im Text genannte Schwarze wird vom Tenor Lunga Eric Hallam, der selbst aus Afrika kommt, gesungen. Laut Muti habe er diesen auch gefragt, ob die Verwendung des Wortes Neger beleidigend sei:

Ich habe ihn gefragt, ob ihn dies störe oder verletze, nach meiner Erklärung sagte er: ,No problem, Maestro.‘

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