Demokratisch, kritisch, polemisch und selbstverständlich parteilich

Der linksradikale Gesundheitsminister Roberto Speranza ist verantwortlich für die ruinöse  italienische Corona-Politik – und erntet dafür heftige Kritik.

16. Mai 2022 / 22:43 Uhr

„Schande“, „verkauft“ und „Mörder“: Italiener bereiten Minister unschönen Empfang

Roberto Speranza, Gesundheitsminister Italiens, hatte heute, Montag, einen Auftritt in La Spezia, einer Hafenstadt in Ligurien.
Corona-Maske als Show-Effekt
Er wollte dort die Bürgermeister-Kandidatin der Mitte-Links-Partei in ihrem Wahlkampf unterstützen. Obwohl es in Italien längst keine Maskenpflicht mehr gibt, stiegen der Minister und seine Leibwächter und Kofferträger mit Masken aus dem Auto.
Doch der Auftritt wurde ein Medienspektakel – und ein Schuss ins Knie. Denn einige Dutzend Italiener empfingen „ihren“ Gesundheitsminister mit lauten Sprechchören: „Schande“, „verkauft“ und „Mörder“ rief die Menge und verhinderte mit Trillerpfeifen Speranzas Rede. Dieser reagierte patzig und sagte, er komme „mit erhobenem Haupt hierher, weil er sein Land, das Recht auf Gesundheit von tausenden von Bürgern und seines verteidige“.
Auch zweiter Wahlkampf-Auftritt geht in Buh-Rufen unter
Dann ging es weiter nach Genua. Auch dort das gleiche Bild: Demonstranten zeigten Schilder gegen die Corona-Impfung und den „grünen Pass“ und riefen: „Impfpflicht, Strafpflicht“ und „Gib uns unsere Arbeit zurück, wir sind nicht erpressbar“.
Speranza ist der einzige Minister und Vorsitzender der linksradikalen Partei Articolo Uno (bezieht sich auf Artikel eins der italienischen Verfassung, der lautet, Italien ist eine Republik, die auf der Arbeit gegründet ist). Er bekennt sich zum Dreiklang „sozialistisch, progressiv und ökologisch“. Er ist überzeugter Verfechter der EU, denn diese stehe für eine „gerechte, demokratische und solidarische Zukunft“ und „verhindert Nationalismen und Souveränitätsdenken“.
Rauch oder Lauterbach Italiens
Italiens Ministerpräsident Mario Draghi, ehemaliger Zentralbanker aus Brüssel, hatte Speranza von der Regierung Conte II. übernommen. Als Matteo Salvini von der rechten Lega, der in der aktuellen Fast-Allparteienregierung auch Draghi unterstützt, die Präsenz eines Vertreters der radikalen Linken und vor allem als Gesundheitsminister kritisiert hatte, erklärte Draghi, ihn persönlich für dieses Amt gewollt zu haben.
Speranza ist quasi der Johannes Rauch oder Karl Lauterbach von Italien. Fanatisch und unerbittlich heuchlerisch. Im Gegensatz zu diesen hat er allerdings die Corona-Politik mit ihren Radikal-Maßnahmen von der ersten Minute an bis heute zu verantworten.
„Gib uns die Arbeit zurück“
Von ihm stammt die italienische Impfpflicht für bestimmte Alters- und Berufsgruppen, nämlich alle Ärzte, sogar Tierärzte, Krankenschwestern, Pfleger, und die Suspendierung von hunderten Mitarbeitern des Gesundheitswesens, die sich der Corona-Impfung verweigert hatten. Die Frage nach der Impfpflicht für Berufsgruppen und für über 50-Jährige ist mehrfach bei Gericht anhängig und noch offen.

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